Mit Hörminderung im Straßenverkehr

Worauf müssen Menschen mit einer Hörminderung im Straßenverkehr achten?
Sep, 24, 2019

Wer schon einmal seine Sinne getestet hat, indem er sich beispielsweise mit verbundenen Augen von einer anderen Person führen lies, wird festgestellt haben, dass wir plötzlich viel mehr über die anderen Sinne wahrnehmen. Diesem Effekt ist interessant, gleicht aber einen Sinn nicht komplett aus - schon gar nicht, wenn es darum geht, Auto zu fahren. Beim Bedienen eines Autos sind die Sinne permanent gefordert. Dies betrifft in erster Linie den Sehsinn, denn der Fahrer muss den Straßenverkehr kontinuierlich im Blick behalten, um Zusammenstöße mit anderen Fahrzeugen, Radfahren oder Fußgängern zu vermeiden. Doch auch die Wichtigkeit des Hörsinns ist nicht zu vernachlässigen. Oftmals steht die Frage im Raum, ob es erlaubt ist, gehörlos Auto zu fahren. Schließlich ist im Hinblick auf das Wahrnehmen von akustischen Lauten wie Sirenen von Rettungswagen der Hörsinn gefordert.

Vorraussetzung für das Fahren mit Hörminderung

Personen mit einer Beeinträchtigung des Hörvermögens können allerdings aufatmen, denn auch sie dürfen Auto fahren. Vor einigen Jahrzehnten war dies noch nicht selbstverständlich. Aus Angst vor einem erhöhtem Unfallrisiko wurde tauben Menschen das Führen eines Kraftfahrzeugs konsequent untersagt. Heute weiß man jedoch: Unter der Beachtung einiger Hinweise und Anpassungen sind Personen mit eingeschränktem Hörvermögen nicht häufiger an Unfällen beteiligt als solche, die perfekt hören. Im Gegenteil: In der Regel agieren sie im Straßenverkehr sogar besonders umsichtig und vorsichtig, da sie sich ihrer Einschränkung bewusst sind. Dennoch ist es wichtig, das vorhandene Potential soweit es geht auszuschöpfen und den Hörsinn mit einem passenden Hörgerät zu unterstützen. Je mehr Sinne zur Verfügung stehen, desto besser ist es für den Fahrer und für die anderen Verkehrsteilnehmer. Das Hörgerät unterstützt die akustische Wahrnehmung, sodass Martinshörner oder das Hupen anderer Fahrzeuge wahrgenommen werden und der Fahrer angemessen darauf reagieren kann.

Sollte das Hörvermögen stark eingeschränkt sein, stellen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte entsprechende Gutachten aus, um die Fahreignung festzulegen und veranlassen das notwendige Tragen eines Hörgeräts, das bestenfalls medizintechnisch auf dem neusten Stand ist und die akustische Wahrnehmung optimiert. Unter diesen Voraussetzungen dürfen Menschen mit Beeinträchtigung des Hörsinns in jeden Fall Auto fahren. 

Gehörlosigkeit und Schwerhörigkeit im alltäglichen Straßenverkehr

Täglich nutzen wir verschiedene Verkehrsmittel und wechseln zwischen Auto, Bahn und Fahrrad. Kinder bewältigen ihren Schulweg häufig oftmals mit dem Fahrrad. Hierbei ist neben dem Blick auf den Verkehr die akustische Wahrnehmung der Umgebung wichtig, um zum Beispiel ein von hinten nahendes Auto zu realisieren. Klassenkameraden mit auditiver Wahrnehmungsstörung oder Schwerhörige sollten sich aber nicht davon abhalten lassen, ebenfalls zur Schule oder Arbeit zu radeln. Mit einigen Tipps gleichen Betroffene ihre Einschränkungen im Hörvermögen mit den anderen Sinnen aus. Neben dem Tragen eines Hörgeräts empfiehlt es sich daher, das Rad mit Seitenspiegeln auszustatten, sodass betroffene Personen jederzeit den Straßenverkehr vor und hinter sich im Blick haben. Darüber hinaus ist es hilfreich, andere Verkehrsteilnehmern darüber zu informieren, dass eine körperliche Beeinträchtigung vorliegt. Spezielle Plaketten oder Kennzeichen am Fahrrad klären auf. 

Mit einem Hörgerät nach neusten medizintechnischen Standards sind Schwerhörige im Straßenverkehr gut ausgerüstet und können problemlos daran teilnehmen. Diese Tipps für Hörgeräteträger helfen dabei, dass es lange und zuverlässig funktioniert.

Die Wichtigkeit des Hörsinns beim Fahren

Die akustische Wahrnehmung des Straßenverkehrs spielt beim Bedienen eines Fahrzeugs eine wichtige Rolle. Nicht umsonst ist es verboten, Musik während des Fahrens überdurchschnittlich laut aufzudrehen, da der Fahrer unter Umständen einen herannahenden Krankenwagen nicht hört. Gleiches gilt für die Sirene der Polizei oder Feuerwehr. Durch das späte Bemerken der Rettungsfahrzeuge gehen diesen möglicherweise wichtige Sekunden verloren, die sie zur Rettung von Personen in Notlagen benötigen. Menschen, die von Schwerhörigkeit betroffen sind, sollten daher unbedingt ein Hörgerät tragen, wenn sie aktiv und mit allen Sinnen am Straßenverkehr teilnehmen möchten. Das Führen eines Kraftfahrzeuges bei Gehörlosigkeit ist nur unter bestimmten Voraussetzungen gestattet. So müssen Betroffene beispielsweise ein ärztliches Attest vorlegen und ihren Führerschein in speziellen Fahrschulen für Gehörlose erwerben.

Frau im Auto

Die Rolle des Hörens im Straßenverkehr

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