Hörverlust bei Kindern und Babys

Hörprobleme und Schwerhörigkeit bei Kindern: Symptome, Ursachen und Therapie

Hörprobleme können von Kind zu Kind variieren. Die gesamte Entwicklung des Kindes ist beeinträchtigt, wenn Schwerhörigkeit beim Baby oder Kind nicht frühzeitig erkannt und behandelt wird. Die häufgiste Form ist die Innenohrschwerhörigkeit bei Kindern.

Wie sehen die Folgen für schwerhörige Kinder aus? Erhalten Kinder in der Wachstumsphase keine akustischen Reize, so haben sie keinen Anlass, Sätze nachzusprechen oder Laute zu imitieren. Dadurch leiden der Spracherwerb, die Wortschatzbildung und die Aussprache. Auch kognitive Fähigkeiten wie das Rechnen kommen zu kurz, wenn keine Impulse von außen kommen. Das kann sich auf die schulischen Leistungen und damit auch auf die künftigen Chancen im Beruf auswirken. Hinzu kommt: Der Austausch mit anderen fällt nicht leicht, wenn das Kind schlecht hört.

Das A und O: Hörtests für Babys und Kinder

Ihr Kind hört nicht oder nicht gut? Handelt es sich um eine angeborene Schwerhörigkeit beim Baby oder ist ein Hörsturz bei Kindern der Auslöser? Ein Hörtest für Kinder ist in diesem Fall aufschlussreich.

Es gilt: Je jünger das Kind, desto kniffliger die genaue Diagnose. Denn die Kleinsten können sich nicht äußern und signalisieren, dass etwas nicht stimmt. Die gute Nachricht: Bereits direkt nach der Geburt wird im Krankenhaus ein Neugeborenen-Hörscreening durchgeführt, bei dem erste Hörprobleme bei Kindern festgestellt werden. Auch im Rahmen der weiteren ärztlichen Untersuchungen zur Früherkennung U3 (ca. 4. Bis 5. Lebenswoche) bis U8 (46. bis 48. Lebensmonat) werden Hörtests für das Baby angeboten, die in der Regel von der Krankenkasse bezahlt werden.

Moderne Hörtestmethoden sind völlig schmerzfrei und dauern in der Regel nur ein paar Minuten. Doch was tun, wenn Kinder nicht hören können? Ihre erste Anlaufstelle ist dafür der Kinderarzt.

Ursachen von Schwerhörigkeit bei Kindern

Die Ursachen von Hörverlust bei Babys und Kindern können äußerst unterschiedlich sein. Zeigen sich beim Baby Symptome einer Schwerhörigkeit, so sind in 50 % der Fälle erbliche Ursachen für die Hörminderung verantwortlich. Doch auch Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt sind mögliche Ursachen dafür, dass das Baby schwerhörig ist. 

Darüber hinaus können Infektionskrankheiten dazu führen, dass das Kind Anzeichen einer Schwerhörigkeit zeigt, z. B. eine Hirnhautentzündung, Masern oder Windpocken. Ebenfalls zu den potentiellen Auslösern zählen bestimmte Medikamente, die die Ohren schädigen können, z.B. manche Antibiotika und Malariamedikamente. Auch Verletzungen des Kopfs oder des Innenohrs können zur zeitweiligen oder langfristigen Schwerhörigkeit führen. Bei leichten Infektionen ist der Hörverlust jedoch in der Regel nur vorübergehend. In seltenen Fällen kann auch ein Hörsturz bei Kindern ein Auslöser sein.

Bei größeren Kindern kommt eine weitere Ursache hinzu: Permanent hohe Lautstärke bei häufiger Nutzung von Smartphone oder MP3-Playern setzen den Ohren zu, ebenso wie der Aufenthalt in sehr lauter Umgebung.

Symptome für Schwerhörigkeit bei Babys und Kindern

  • Das Baby wacht bei lauten Geräuschen und Lärm nicht auf.
  • Das Baby reagiert nicht (durch Lachen oder Gurren), wenn Sie mit ihm sprechen.
  • Die Augen des Kindes suchen nicht nach der Geräuschquelle bzw. folgen ihr nicht.
  • Das Baby interessiert sich nicht für rasselndes oder klingendes Spielzeug.
  • Das Baby brabbelt nicht.
  • Das Baby versucht nicht, mit der Stimme Geräusche zu machen. 
  • Das Kind stellt Fernseher oder Radio deutlich lauter, als Sie es tun würden.
  • Das Kind fragt in Gesprächen oft nach, weil es nicht richtig verstanden hat.
  • Das Kind hat Schwierigkeiten Telefonate zu führen.
  • Das Kind spricht sehr laut.
  • Der Lehrer macht darauf aufmerksam, dass das Kind im Unterricht oft unkonzentriert ist und nicht richtig zuhört.
  • Das Kind reagiert nicht, wenn Sie es rufen.
  • Spätestens dann, wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome von Schwerhörigkeit beim Baby oder Kind entdecken, empfiehlt es sich für einen Termin beim Kinderarzt oder Ihrem Hals-Nasen-Ohren-Arzt zu vereinbaren. 

Therapie bei Schwerhörigkeit

Die richtige Behandlung bei Schwerhörigkeit hängt von den Auslösern ab. Ist eine Infektion die Ursache für die Hörminderung, ist eine medikamentöse Behandlung angezeigt. In der Regel klingen die Beschwerden dann wieder völlig ab.

Anders sieht die Therapie bei Schwerhörigkeit von Kindern aus, wenn der Hörverlust z. B. genetisch bedingt oder aus anderen Gründen dauerhaft ist. Dann empfiehlt sich ein speziell angepasstes  Hörgerät, das auf die besonderen Verhältnisse im kindlichen Ohr zugeschnitten ist. In manchen Fällen kann auch ein so genanntes Cochlea-Implantat die Lösung sein. Hierbei wird eine künstliche Hörschnecke im Ohr eingesetzt, die den Schall verstärkt. In der Regel empfehlen sich begleitende Kommunikationstherapien, die den Umgang mit den neuen Hilfsmitteln und der Hörsituation unterstützen.

Hörgeräte für Babys und Kinder

Hörgeräte für Kinder und Babys folgen etwas anderen Gesetzen als die für Erwachsene. Lage und Größenverhältnisse der Ohren sind ganz anders. Auch der Hörvorgang unterscheidet sich, da die Hörbahnen zwischen Innenohr und Großhirn noch im Wachsen begriffen sind. Daher müssen es Hörsysteme sein, die speziell an das Kind angepasst ist. Bei Hörgeräten für Babys ist besonders viel Feingefühl gefragt. Schließlich können sich die Kleinsten noch nicht selbst äußern.

Generell gilt: Die perfekte Hörgeräteanpassung ist entscheidend für die Hörleistung und hängt vom Alter des Kindes ab. Hörgeräte bei Kindern unter 16 Jahren sind in der Regel Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte, kurz HdO genannt. Sie bereiten den Schall so auf, dass der Hörverlust ausgeglichen wird. Als Basis für das Hörgerät fertigt der Hörgeräteakustiker zunächst aus einer Silikonmasse einen individuellen Ohrabdruck. Ausgehend von diesem Abdruck fertigt der Experte ein maßgeschneidertes Ohrstück an. 

Hörsysteme, die mitwachsen

Dieser Anpassungsprozess ist eine kontinuierliche Aufgabe. Denn ebenso wie aus ihren Schuhen „wachsen“ die Kleinen aus ihrem Ohrstück „heraus“. Dann fertigt der Hörgeräteakustiker ein neues Ohrstück (oder Otoplastik), das erneut angepasst wird. Das mag sich zwar nach etwas Aufwand anhören, doch es lohnt sich für Ihr Kind. Je präziser das Hörgerät an die individuelle Situation angepasst ist, umso höher die Hörleistung und umso besser kann es in Schule und Kindergarten folgen.

Praktisch: Die Ohrstücke gibt es in bunten, kindgerechten Farben oder in Versionen, die mit Strass-, Schmucksteinen oder anderem Dekor verziert sind. Ein weiterer Pluspunkt der farbenfrohen Varianten: Dadurch können Eltern leichter erkennen, ob das Gerät noch im Ohr ist oder nicht. Und wenn Sie das Kind das passende Modell aussuchen lassen, führen Sie es spielerisch an das neue Hilfsmittel heran.  

Hörgeräte im täglichen Gebrauch

Das Hörgerät sitzt perfekt und jetzt kann es losgehen? Üben Sie sich in etwas Geduld: Ihr Kind und sein Ohr müssen sich zunächst auf die neue Situation einstellen, die Gewöhnungsphase beträgt in der Regel ca. vier bis sechs Monate. Geben Sie Ihrem Kind also etwas Zeit.

In der Anfangsphase nach der Anpassung empfiehlt sich eine monatliche Kontrolle des Hörsystems, ab dem zweiten Jahr alle drei Monate. Auch das Gehör selbst sollte alle sechs Monate überprüft werden. Übrigens auch das Gerät: Testen Sie die Funktion des Hörgeräts, bevor Sie es Ihrem Kind „anziehen“. Mit leeren Batterien macht das beste Hörsystem schlapp.

So robust ein Hörgerät auch ist, es braucht etwas Pflege und Vorsicht. Es sollte auf keinen Fall extremer Hitze oder Kälte ausgesetzt werden. Auch Nässe vertragen Hörgeräte für Kinder nicht gut. Daher sollte man das System beim Duschen oder Baden auf jeden Fall vorher ablegen und es auch vorsichtig reinigen. Ihr Amplifon-Hörakustiker erklärt Ihnen und Ihrem Kind ausführlich, wie man seine Hörgeräte richtig pflegt.

Cochlea Implantat für Kinder

Eine weitere Möglichkeit, Hörverlust bei Kindern auszugleichen, ist ein Cochlea-Implantat (CI). Ein solches CI für Kinder übernimmt die Funktion des geschädigten Innenohrs und überträgt akustische Signale ans Gehirn. Zum Vergleich: Hörgeräte verstärken eher die Lautstärke von Tönen und Geräuschen. Ist das Implantat eingesetzt, braucht Ihr Kind  – ähnlich wie beim Hörgerät – ein wenig Zeit, um sich auf die neue Situation einzustellen. Ob für Ihr Kind ein Implantat in Frage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, vom Alter des Kindes, dem Grad des Hörverlusts etc. Ein Besuch beim Facharzt verschafft Klarheit.
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