Ausgangspunkt der Produktauswahl ist die Kenntnis des Lärmpegels und der Lärmfrequenz. Ab Werten von 80 dB(A) sollte und ab Werten von 85 dB(A) muss Gehörschutz eingesetzt werden. Der Restschallpegel mit eingesetztem Gehörschutz sollte zwischen 70 und 80 dB(A) liegen. Unter 70 dB(A) spricht man von einer Überprotektion. Auch diese gilt es zu vermeiden, denn sie ist oftmals Grund dafür, dass Gehörschutz nicht getragen wird. Überprotektion verhindert zudem, dass z.B. wichtige Signale oder Umgebungsgeräusche wahrgenommen werden können. Bei der Lärmfrequenz wird zwischen hoch-/mittelfrequenten (HM) und tieffrequenten (L) Geräuschen (Geräuschklassen) unterschieden.
Gehörschutzstöpsel sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich und finden an Arbeitsplätzen mit andauernder Lärmeinwirkung Anwendung. Sie sind hygienisch und stören nicht, wenn auch andere PSA wie Schutzbrillen, Atemschutz oder Schutzhelme getragen werden müssen. Formbare Stöpsel sind zylindrisch oder konisch geformt und werden vor dem Einsetzen zwischen den Fingerspitzen an den Gehörgang angepasst. Vorgeformte Stöpsel verfügen über Lamellen, die den Gehörgang verschließen. Gehörschutzstöpsel mit Kordel bieten zusätzlichen Schutz vor Verlust, dürfen aber nicht bei Tätigkeiten an sich drehenden oder bewegenden Teilen zum Einsatz kommen.
Bügelstöpsel sind zu empfehlen, wenn ein häufiges Auf- und Absetzen erforderlich ist. Viele Modelle können im Nacken oder unter dem Kinn getragen werden. Sie sollten nicht eingesetzt werden, wenn Schalldruckspitzen durch Anstoßen der Bügel entstehen können, z. B. an Schweißerschutzschirmen.
Bei kurzzeitig auftretendem Lärm, welcher ein häufiges Auf- und Absetzen erfordert, eignen sich Kapselgehörschutz hervorragend. Auch bei engen oder empfindlichen Gehörgängen mit der Neigung zu Gehörgangsentzündungen sind sie ideal. Auf Kapselgehörschützer sollte verzichtet werden, wenn aus Sicherheitsgründen gutes Richtungshören erforderlich ist.
Gehörschutzotoplastiken sind Formpasstücke, die individuell für das Ohr des jeweiligen Trägers angefertigt wurden. Diese sollten zum Einsatz kommen, wenn der Mitarbeiter keine Gehörschutzstöpsel wegen Unverträglichkeiten oder anatomischer Besonderheiten tragen kann. Außerdem erhöhen Sie durch den komfortablen Sitz die Trageakzeptanz beim Anwender.