Ohrenschmalz und Pfropfen im Ohr

Oct, 23, 2019

Welche Funktion hat Ohrenschmalz und wie entsteht ein Ohrenschmalzpfropf?

Ohrenschmalz spielt eine wichtige Rolle bei der Selbstreinigung des Ohrs. Erfahren Sie hier alles über die Nützlichkeit und Entstehung dieses körpereigenen Sekrets und unter welchen Umständen es zu einem Problem werden kann. 

Wie entsteht Ohrenschmalz?

Ist Ihnen das auch schon mal passiert? Auf einmal nehmen sie wahr, dass Sie scheinbar an Schwerhörigkeit leiden. Doch bevor Sie sich frühzeitig Sorgen machen, lassen Sie sich erst einmal untersuchen. Denn häufig ist nur das Ohrenschmalz daran schuld. Die Konsistenz dieses wichtigen Körpersekrets fällt von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich aus. Im ungünstigsten Fall kann es sich verklumpen und so das Ohr verstopfen, das es eigentlich gesund und sauber halten soll. Lesen Sie hier, was im Ohr alles vor sich gehen kann, wenn das Ohreschmalz im Übermaß produziert wird.

 

Wie entsteht Ohrenschmalz? Das Ohrenschmalz hat eine wichtige Aufgabe im Ohr: Es ist das Selbstreinigungssystem unserer Ohren. Dieses in der medizinischen Fachsprache Cerumen, Cerumen obturans oder Zerumen genannte Sekret leistet Beachtliches. Es wird in den Gehörgangsdrüsen produziert und erfüllt eine wichtige Funktion: Im Gehörgang sorgt es für gesunde Haut, am Ohrenausgang hilft es dabei, Staub abzufangen, und mit seinem Geruch hält es sogar Insekten vom Gehörgang fern. Aus was besteht Ohrenschmalz, dass es diese Wirkung hat? Es enthält neben vielen verschiedenen Fetten auch ein antibakterielles Enzym, das Lysozym. Und es gibt noch viele weitere gesunde Inhaltsstoffe: Insgesamt hat man bis heute über 1000 Bestandteile im Ohrenschmalz gefunden! Ohrenschmalz ist daher ein wichtiger und wertvoller Bestandteil unseres Ohrs.

Zu viel Ohrenschmalz: Was tun und was hilft?

Trotzdem neigen manche Menschen zur einer Ohrenschmalz-Überproduktion. Ist stets viel Ohrenschmalz vorhanden, kann es wiederholt zu „Verstopfungen“ kommen. Vor allem, wenn die Ohren mit Ohrenstäbchen gereinigt werden. Denn dann passiert es leicht, dass sich das Ohrenschmalz im Ohrinnern immer weiter zusammenschiebt. Die meisten Menschen haben aber nur in Ausnahmefällen zu viel Ohrenschmalz im Ohr. Symptome sind dann ein dumpfes Hören und ein anderes Wahrnehmen der eigenen Stimme. Eine weitere Ursache für viel Ohrenschmalz kann eine vorangegangene Infektion, beispielsweise eine Erkältung, sein. Der Körper hat versucht, das Ohr durch mehr Ohrenschmalz vor Viren und Bakterien zu schützen. Die Frage, wie viel Ohrenschmalz normal ist, ist deshalb schwer zu beantworten. Ganz sicher lässt sich aber sagen: lieber zu viel Ohrenschmalz als kein Ohrenschmalz.

 

Was hilft gegen Ohrenschmalz? Eigentlich reinigen sich Ohren selbst. Die Flimmerhärchen im Ohr transportieren das Ohrenschmalz permanent nach außen. Wie kann man überschüssiiges Ohrenschmalz entfernen? In der äußeren Ohrmuschel lässt es sich es mit einem feuchten Waschlappen einfach abwaschen. Besteht allerdings ebreits der Eindruck, ein wenig schlechter zu hören, können Betroffene auf verschiedene Weisen ihre Ohren reinigen.

Ohrenschmalz entfernen: So geht's!

Um Ohrenschmalz zu entfernen, muss es in einem ersten Schritt gelöst werden. Mit verschiedenen Methoden der Ohrenspülung lässt sich Ohrenschmalz risikofrei entfernen. Apotheken und Drogeriemärkte bieten passende Sprays und Lösungen an.

Ohrenschmalz selbst entfernen

  • Mit einer Ohrendusche, die mit lauwarmem Wasser und einer speziellen, milden Seife gefüllt ist, wird die Wasser-Seife-Mischung sanft ins Ohr gespült. Das Ohrenschmalz läuft anschließend mit dem Wasser wieder heraus. 
  • Alternative ist das Ohrenschmalz-Spray. Es kann entweder ausschließlich eingesetzt werden oder bei besonders hartnäckigen Verstopfungen auch als Vorbehandlung beim Cerumen-Entfernen vor der Ohrendusche dienen. Auch hier muss sich das Ohrenschmalz auflösen, um dann ablaufen zu können.
  • Genau wie das Spray wirken auch Ohrenschmalz-Tropfen. Ob man Spray oder Ohrentropfen gegen Ohrenschmalz benutzt, ist eine Frage der persönlichen Vorliebe.
  • Es gibt übrigens zum Ohrenschmalz-Entfernen Hausmittel: Man träufelt Öl zur Cerumen-Entfernung ins Ohr (am besten Mandel- oder Walnussöl), lässt es eine Weile einwirken und spült das Ohr dann mit lauwarmem Wasser wieder aus.
  • Manche Menschen benutzen zum Ohrenschmalz-Entfernen eine Kerze. Diese Ohrenkerzen oder Ohrenschmalzkerzen werden ins Ohr gesteckt. Durch das Abbrennen entsteht ein Unterdruck, durch den das Cerumen herausgesogen wird. 

Ohrenschmalz entfernen lassen

Möchte man das Ohrenschmalz nicht selbst entfernen oder haben die eigenen Bemühungen nicht zum Erfolg geführt, sollte man sich nicht scheuen, zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt zu gehen - vor allem, wenn sich bereits ein Pfropfen gebildet hat. 

  • Je nach Situation im Ohr wird sich der Arzt für eine bestimmte Reinigungsmethode entscheiden. Er kann zum Beispiel das bereits zum Pfropfen verklumpte Ohrenschmalz absaugen. Dafür führt er ein dünnes Röhrchen ins Ohr ein und benutzt dieses wie einen Ohrenschmalz-Sauger.
  • Man kann beim Arzt auch Ohrenschmalz entfernen lassen, indem er den Pfropfen mit einem winzig-kleinen Instrument vorsichtig aus dem Ohr herauszieht.
  • Der Arzt kann Ohrenschmalz auch mit einer Spritze entfernen: Die Methode ähnelt den Möglichkeiten, die man selbst zu Hause hat. Mittels einer Spritze gelangt eine Lösung mit einem geringen Anteil Wasserstoffperoxid in die Ohren, die den Pfropfen auflöst.

Ohrenschmalz bei Babys und Kindern entfernen

Bei Babys und Kindern entfernt man Ohrenschmalz idealerweise gar nicht. Glänzt das Ohrenschmalz im Baby-Ohr, lässt es sich selbstverständlich mit einem lauwarmen Waschlappen abwischen. Wattestäbchen gehören aber auf keinen Fall in Kinder- und Babyohren. Beobachten Eltern beim Baby viel Ohrenschmalz, ist der Kinderarzt der richtige Ansprechpartner. Natürlich kann Ohrenschmalz bei Kindern ab drei Jahren auch mit Ohrensprays und –tropfen gelöst werden. Fragen Sie aber zuerst den Arzt oder den Apotheker nach kindertauglichen Produkten.

Was ist ein Ohrenschmalzpfropf? - Symptome und Ursachen

Wie oben erwähnt, kann sich das Ohrenschmalz zu einem Ohrenschmalzpfropf verdichten. Dieser Pfropfen im Ohr tut in der Regel zuerst einmal nicht weh. Es kann aber Druck auf dem Ohr entstehen – meist ist dies das erste Anzeichen. Fast immer wird der Cerumenpfropf (auch Zeruminalpfropf genannt) von einem leichten Hörverlust begleitet. Dabei kann es auch zu Ohrengeräuschen kommen. Bevor man bei Ohrensausen einen Tinnitus vermutet, lohnt es sich, beim Arzt nachsehen zu lassen, ob sich ein Pfropfen gebildet hat. Der Verschluss eines Ohrs durch einen Pfropfen kann auch den Gleichgewichtssinn stören und somit zu einem Gefühl von Schwindel führen. Ist der Pfropfen wirklich groß geworden und sitzt ungünstig, beispielsweise durch eine Gehörgangsentzündung, treten Ohrenschmerzen auf. Eine Verletzung am Trommelfell durch den Ohrenschmalzpfropfen ist eher unwahrscheinlich. Trotzdem: Spätestens bei Schmerzenist ein Arztbesuch ratsam.

 

Darauf müssen Sie beim Entfernen achten

Wer bereits Schmerzen hat, lässt einen Arzt seinen Ohrenpfropfen entfernen. Wie dieser dabei vorgeht, lesen Sie oben. Wer schon öfter einen Pfropfen hatte, weil er eine Veranlagung dazu hat, erkennt meist schon im Frühstadium, wenn sich ein neuer bildet. Wie Sie einen kleinen Ohrenschmalzpfropfen selbst entfernen, wird oben beschrieben. Worauf Sie achten müssen: Niemals selbst mit Stäbchen oder spitzen Gegenständen versuchen, den Ohrenpfropfen zu entfernen. Die Verletzungsgefahr und das Risiko, den Ohrenschmalzpfropfen noch tiefer ins Ohr zu schieben, sind zu groß.

Ohr verstopft durch Ohrenschmalz

Ist das Ohr verstopft und kommt ein Pfropf als Ursache in Betracht, sollten Sie zuerst die verstopften Ohren reinigen (wie oben beschrieben). Ein verstopftes Ohr muss nicht zwangsläufig auf einen Ohrenschmalzpfropf hinweisen. Oft ist das Ohr durch Ohrenschmalz verstopft, das noch weich ist und sich leicht mit Öl, Tropfen oder Spray lösen lässt, sodass es anschließend einfach herausfließt.

Flüssiges bzw. zu trockenes Ohrenschmalz

Ob man zur Pfropfenbildung neigt, hat etwas mit der Konsistenz des Ohrenschmalzes zu tun. Befindet sich im Ohr eher flüssiges Ohrenschmalz, müssen schon eine Infektion und eine falsche Ohrenpflege mit Wattestäbchen nachhelfen, damit sich ein Pfropfen bildet. Ist das Ohrenschmalz trocken und klebrig geworden, weil das Ohr es nicht richtig abtransportieren konnte, kommt es schneller zur Pfropfenbildung. Dann kann regelrecht hartes Ohrenschmalz daraus werden, weil es als Pfropfen noch weiter austrocknet. Übrigens: Hartes oder weiches Ohrenschmalz ist eine Frage der Gene. So ist komplett trockenes Ohrenschmalz bei Menschen aus Ostasien ganz normal. Europäer und Afrikaner haben von Geburt an eher feuchtes Ohreschmalz.

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