Sind Hörgeräte wasserdicht?

2 Mai 2021

Was versteht man unter wasserdichten Hörgeräten?

Wasserdichte Hörgeräte sind nicht dauerhaft wasserdicht. Sie sind heutzutage entweder mit IP68-Zertifizierung geprüft, das definiert zum einen, dass das Gerät staubdicht ist, zum anderen den Schutz vor dauerndem Untertauchen bis maximal 1.5 Meter Wassertiefe für maximal 30 Minuten, bei IP67-Zertifizierung gilt der Schutz bei 1 Meter Wassertiefe bis zu 30 Minuten. Manche Hörgeräte, vor allem ältere Modelle, sind sogar nur mit IP56 geprüft.  Die Schutzklasse IP56 bedeutet Schutz vor Staub in schädigender Menge ("5") und Schutz gegen starkes Strahlwasser ("6"). Dauerhaft wasserfeste Hörgeräte, mit denen man auch baden gehen kann, in die Sauna oder regelmäßig duschen kann, ohne dass die Technik Schaden nimmt, gibt es nicht. Der Schutz gegen Wasser gilt zudem nur für Süßwasser. Es gibt auch Einweg-Hörgeräte, ausschließlich zum privaten Kauf im Abonnement, die man beim Duschen tragen kann, diese müssen aber, das macht den besonderen Abo-Service aus, regelmäßig  nach mehreren Wochen vom speziell ausgebildeten Hörakustiker ausgetauscht werden. Diese Einweg-Hörgeräte sind allerdings aufgrund der sehr tiefen Platzierung im Gehörgang nicht bei jedem Kundenohr realisierbar.

Welche Modelle sind wasserdicht?

Wasserdichte Hörgeräte, beziehungsweise als wasserdicht bezeichnete Hörgeräte, mit enstprechender IP68-Zertifizierung bieten die Hersteller Oticon, Phonak und Signia. Die Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte haben dabei häufiger eine IP68-Prüfung, die IdO- Hörgeräte sind aufgrund dessen, dass sie komplette maßgefertigt sind, etwas anfälliger als die industriell gefertigten HdO- Geräte und Ex-Hörer

Wie viel kosten wasserfeste Hörgeräte?

Wasserfeste Hörgeräte sind ab der unteren Mittelklasse (Kategorie 3) bis zur Premium-Kategorie (Kategorie 5) erhältlich. Diese Hörgeräte, mit IP68 Zertifizierung sind für privat Versicherte ab ca. 1000 Euro pro Ohr erhältlich. Für gesetzlich Versicherte sind IP68 zertifizierte Hörgeräte nach Abzug der Krankenkassenbeträge ab etwa 400 Euro Eigenleistung pro Ohr erhältlich.

So erkennen Sie ob Ihr Hörgerät wasserdicht ist

Die wasserdichten Hörgeräte erkennt man an der IP-Schutzart. Diese findet man im technischen Datenblatt des Hörgeräts. Unter Funktionen und Ausstattungen findet man dann die IP-Schutzart, die eine 8 enthalten muss, wenn das Hörgerät wasserdicht ist. Handelt es sich also um eine IP68 Zertifizierung, bedeutet die 6 Staubschutz und die 8, dass die Geräte wasserdicht sind.

Hörgeräte zum Schwimmen und für Sportler

Hörgeräte zum Schwimmen und für Sportler sind idealerweise IP68 geprüft, hier gilt es darauf zu achten, dass der Gebrauch nur für Süßwasser gilt, und nicht für den Dauergebrauch ist. Dennoch gibt es Stand heute keine Hörgeräte, die nach IP69 geprüft wurden, was einen Schutz gegen Wasser bei Hochdruck- oder Dampfreinigung gewährleistet oder gar in Salzwasser Schutz gegen Wasser bietet. Wer komplett auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte allerdings immer beim Schwimmen die Hörgeräte ablegen, da der Schutz eher verhindern soll, dass ein versehentliches Tragen der Hörgeräte im Wasser, knapp unter Wasser oder in der Sauna dem Hörsystem dauerhaften Schaden zufügt. Auch starkes Schwitzen kann ohne entsprechende Nachsorge durch das Trocknen der Hörgeräte mit speziellen Trockensystemen  zu dauerhaftem Schaden durch Korrosion und Ablagerungen führen.

Was passiert mit dem Hörgerät wenn es regnet?

Regen ist Spritzwasser und somit für Hörgeräte keine große Gefahr. Hilfreich kann dennoch, für die Personen, die sich dadurch sicherer fühlen, das Tragen einer Kopfbedeckung oder eines Regenschirms sein, um die Hörgeräte vor starkem Regen zu schützen.

Mein Hörgerät ist nass geworden - Was kann ich tun?

Wenn das Hörgerät nass geworden ist, sollte das Hörgerät mit Zubehör vom Hörgerätefachhandel getrocknet werden. Zu empfehlen sind mehrere Stunden Trocknung, bestenfalls über Nacht oder in mehrfacher Wiederholung. Effektiv sind Trockenkapseln, die feuchtigkeitsabsorbierende Silikat-Kristalle enthalten und in einem luftdicht verschlossenen Trockenbecher zusammen mit den Hörgeräten aufbewahrt werden. Die Trockenkapsel entzieht dem Becherinhalt die Feuchtigkeit. Die andere Methode ist eine elektrische Trocken-Box, in die die batteriebetriebenen Hörgeräte hineingelegt werden. Die Batterie sollte bei beiden Methoden vorher aus dem Hörgerät genommen werden, damit sie ihre Funktion beibehält. Für Akkubetriebene Hörgeräte ist eine elektrische Trockenhaube sinnvoll, die über die Ladestation mit den Hörgeräten gestülpt wird. Bei starker Feuchte sind mehrere Wiederholungen des elektrischen Trocknens sinnvoll.

Hörgeräte trocknen: Tipps und Hausmittel

Um Hörgeräte zu trocknen sollte man sie in einem trockenen Raum bei moderater Raumtemperatur aufbewahren. Darüber hinaus kann das Hörgerät mit einem trockenen Tuch abgerieben werden oder in ein trockenes Tuch gelegt werden, wenn kein Trockensystem aus dem Hörgerätefachhandel zur Hand ist. Ein Tipp ist, dass man das Hörgerät vor starker Sonneneinstrahlung oder der heißen Heizung schützt, damit sich kein Kondenzwasser im Hörgerät ansammelt. Ein weiterer Tipp ist, dass das Hörgerät auf keinen Fall im Ofen oder in der Mikrowelle getrocknet werden sollte. Um sicher zu gehen, dass man seine Geräte vollständig trocknet, sollte man spezielle Produkte zum Hörgeräte-Trocknen nutzen. 

Wasserschaden vorbeugen

Das Trocknen mit Trockenkapseln und Trockenbecher oder das Trocknen mit einer elektrischen Trockenbox oder Trockenhaube beugt einem Wasserschaden vor und kann Hörgeräte effektiv vor Schweiß schützen. Idealerweise sollten man jeden Tag seine Hörgeräte trocknen, um Feuchtigkeitsdefekten vorzubeugen. 

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