Rote und heiße Ohren: Was tun und was hilft?

Was haben rote Ohren zu bedeuten?
Jun, 30, 2021

Die Ursachen von roten Ohren

Heiße, rote und geschwollene Ohren, die bei Berührung schmerzen: Das kann jedem passieren und diese Beschwerden können auf unterschiedliche Ursachen zurückführen. Im Allgemeinen handelt es sich um einen plötzlichen Anstieg des Blutflusses durch einen abrupten Wechsel von einer warmen in eine kalte Umgebung, den Konsum von Alkohol oder gewürzten Speisen, hormonelle Schwankungen (Hitzewallungen in der Menopause zum Beispiel) oder bestimmte Arzneimittel.

Diese lästige Erscheinung kann ihren Ursprung jedoch auch in Bakterieninfektionen der Haut haben. Risse und Fissuren, Insektenstiche oder Schnitte können das Eingangstor für Mikroben und Bakterien sein, die eine Entzündungsreaktion auslösen. In diesem Fall schmerzt das Ohr stark und es treten weitere systemische Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit und geschwollene Lymphknoten auf.  

Auch bestimmte Ekzeme und Dermatitiden können Hautentzündungen verursachen, welche die Ohren betreffen. Bei einer sebhorroischen Dermatitis, zum Beispiel, weist die Haut Rötungen, Juckreiz, Schuppen und kleine weiße Flecken auf, die sich auch auf das Mittelohr erstrecken können. Wenn diese Hauterkrankung auftritt, zeigen sich die gleichen Beschwerden auch an anderen Hautpartien: Kopfhaut, Leisten, Achseln und an allen Bereichen mit vielen Talgdrüsen.

Seltener werden heiße und rote Ohren auch durch Krankheiten wie eine rezivierende Polychondritis, eine seltene rheumatische Autoimmunerkrankung, die den Ohrknorpel befällt, verursacht, oder durch eine Perichondritis des Ohrs, eine nicht immer infektionsbedingte Ohrmuschelentzündung infolge von Traumen (auch durch ein Piercing), Insektenstiche oder in Verbindung mit anderen systemischen Erkrankungen.

Häufiger jedoch werden die Ohren aus anderen Gründen glühend warm und rot. Stress, Angst, Schüchternheit, Zorn und andere starke Emotionen können zu einer Gefäßerweiterung führen und plötzliche, intensive Rötungen von Gesicht, Hals und Ohren auslösen, die einige Minuten anhalten. Letztendlich kann auch ein Sonnenbrand diese Beschwerden hervorrufen.

Rote-Ohren-Syndrom

Darüber hinaus gibt es das Rote-Ohren-Syndrom, eine eher seltene Krankheit, die als Erythromelalgie der Ohren bezeichnet wird. Diese Erkrankung wird durch eine schnelle und intensive Erweiterung  der kleinen Arterien der Ohren verursacht. Die Symptome umfassen ein starkes schmerzhaftes Brennen, Rötung und Hitze bei Berührung; sie können einige Minuten oder mehrere Stunden andauern und zeigen sich im Allgemeinen nur auf einer Seite.

In einigen Fällen treten diese Symptome spontan und ohne ersichtlichen Grund auf. In anderen Fällen hingegen scheinen die Rötung und das Brennen vom Reiben des Ohrs, von Hitze oder von Kälte ausgelöst zu werden.

Bisher ist die Ursache für dieses Syndrom noch nicht geklärt; Es kann einen idiopathischen Ursprung haben (d. h. einen unbekannten Grund) oder als Sekundärerscheinung anderer Erkrankungen auftreten, zum Beispiel mit Rückenmarkserkrankungen, Diabetes mellitus, rheumatoider Arthritis oder venöser Hypertonie.

Geschwollene rote Ohren bei Kindern: Was tun?

Rötung, Hitze bei Berührung, aber vor allem Schwellungen können ein Alarmzeichen für bestimmte Krankheiten sein, die auch bei Kindern auftreten können. In Verbindung mit hohem Fieber können geschwollene Ohren zum Beispiel ein Symptom für eine Ohrspeicheldrüsenentzündung, eine sogenannte Parotitis (Mumps) sein, für die sechste exanthematische Krankheit oder eine akute Außenohrentzündung sein.

Kleinen Kindern und Neugeborenen gelingt es noch nicht, in Worten mitzuteilen, dass sie an Ohrenschmerzen leiden; es ist daher wichtig, ihr Verhalten und ihre Gesten zu beobachten, die auf Schmerzen hinweisen können. Reizbarkeit, untröstliches Weinen und ständige Berührungen der Ohren können auf Probleme dieser Art zurückzuführen sein.

Es ist wichtig, dass Sie so schnell wie möglich Ihren Kinderarzt aufsuchen, damit die Krankheit erkannt und eine geeignete Therapie eingeleitet werden kann. Solange die Krankheit nicht mit Sicherheit diagnostiziert wurde, ist von kalten oder warmen Ohrkompressen, Ohrspülungen oder der eigenständigen Anwendung von Heilmitteln abzuraten.

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