Impedanzmessung des Ohres

Zur Feststellung von Hörproblemen

Wissenswertes zu Tympanometrie & Stapediusreflexmessung

Die von einem HNO-Arzt durchgeführte Impedanzmessung hilft bei der Ermittlung eventueller Probleme am Gehörapparat und insbesondere am Trommelfell. Die Impedanzmessung ist ein objektives, nicht-invasives Diagnosetestverfahren, das Hinweise zur Beweglichkeit des Trommelfells (Tympanometrie), dem eventuellen Vorhandensein eines Paukenergusses (Mittelohr) und dem Vorhandensein der Stapediusreflexe liefert, wie zum Beispiel im Falle einer Otosklerose

Was genau ist eine Impedanzmessung?

Die Impedanzmessung dient zur Messung des akustischen Widerstands der Mittelohrstrukturen (Trommelfell und Gehörknöchelchenkette) gegenüber der Passage mechanischer Vibrationsenergie (Schallwellen) von der Luft zu den Flüssigkeiten in der Cochlea. Sie liefert also spezifische Informationen über die Funktion des Mittelohrs (tympano-ossikuläres System). 

Mit diesem nicht-invasiven und leicht durchzuführenden Test können eventuelle Hörprobleme ermittelt werden, die ihren Ursprung in einer Erkrankung des Mittelohrs haben (z. B. katarrhalische Mittelohrentzündung, Tympanosklerose, Otosklerose usw.). Generell lassen sich die Untersuchungen der Hörfunktion in subjektive und objektive Testverfahren gliedern, was im Folgenden eingehender erläutert wird.

 

Subjektive Testverfahren

Die subjektiven Testverfahren, wie zum Beispiel die klassische Reinton- und Sprachaudiometrie, erfordern die aktive Mitarbeit des Patienten. Dieser muss zum Beispiel die Hand heben oder einen Knopf drücken, wenn er ein akustisches Signal hört, das an seinen Kopfhörer übermittelt wird, während er sich in einer Kabine aufhält (Reintonaudiometrie). Oder er muss eine Liste von Worten wiederholen, die ihm entweder mit oder ohne Kopfhörer vorgelesen wird (Sprachaudiomerie mit Kopfhörer oder im freien Schallfeld). 

Objektive Testverfahren

Für die objektiven Testverfahren ist die aktive Mitarbeit der untersuchten Person nicht erforderlich. Diese Tests sind sowohl zur Vervollständigung der Ergebnisse subjektiver Tests erforderlich, als auch zur Testung des Gehörs von Personen, die nicht zur Mitarbeit fähig sind (zum Beispiel Kinder unter vier Jahren). Diese Hörtests liefern genaue Informationen über den funktionellen Zustand des Mittelohrs, des Innenohrs und des zentralen Gehörapparats. Zu den objektiven Testverfahren zählen die Impedanzmessung, die Elektrocochleographie, die Evozierten Potentiale und die otoakustischen Emissionen. 

Wissenswertes zur Impedanzmessung

Vorbereitung einer Impedanzmessung

Voraussetzung zur Durchführung einer Impendanzmessung ist ein unversehrtes Trommelfell. Außerdem dürfen weder Ohrenschmalz noch sonstige Absonderungen im Ohr vorhanden sein (wie z. B. bei einer eitrigen Gehörgangsentzündung). Für gewöhnlich wird die Impedanzmessung durchgeführt, nachdem eine fachärztliche Untersuchung und eine Audiometrie in einem HNO-Zentrum des öffentlichen Gesundheitsdienstes oder in einer privaten HNO-Praxis vorgenommen wurde.

Kosten

Die Kosten einer Impedanzmessung können variieren. Setzen Sie sich mit Ihrer staatlichen oder privaten Krankenkasse in Verbindung, wenn Sie hierzu mehr Informationen erhalten möchten.

Ablauf der Impedanzmessung

Die Untersuchung an sich dauert ungefähr zehn Minuten und wird mit einem speziellen Gerät, dem sogenannten Impedanzmesser durchgeführt. Der Test erfordert keine Vorbereitungen. Im Allgemeinen gliedert sich die Impedanzmessung in eine Tympanometrie und eine Stapediusreflexmessung. Die Tympanometrie dient auch als Funktionstest für die Eustachische Röhre, während die Stapediusreflexmessung sehr nützlich sein kann, um bestimmte Pathologien zu erkennen, die das Mittelohr betreffen können (z. B. eine Otosklerose)

Für die Tympanometrie wird eine Sonde, mit einem Ende bestehend aus weichem Gummi, das für guten Halt sorgt, in den äußeren Gehörgang eingeführt. Auf diese Weise erhält der Arzt ein Schaubild, das sogenannte Tympanogramm, welches die Form einer glockenförmigen Kurve hat. Es zeigt die genauen Werte des Mittelohrdrucks. Die grafische Darstellung der tympanometrischen Kurve liefert dem Facharzt eine Reihe nützlicher Hinweise über den Zustand des Mittelohrs sowie über das Vorhandensein oder Fehlen der Stapediusreflexe. 

Auswertung eines Tympanogramms

Tympanogramme können die folgenden Formen aufweisen:

  • Tympanogramm Typ A: glockenförmige Normalkurve mit Gipfel beim Nullwert.
  • Tympanogramm Typ B: flache Kurve, Anzeichen für erhöhte Steifigkeit, die auf einen Paukenerguss hinweisen, wie im Falle einer eitrigen Gehörgangsentzündung.
  • Tympanogramm Typ C: Kurve mit normaler Morphologie und einem zu den negativen Druckwerten verschobenen Gipfel, typisch für eine Mittelohrentzündung ohne Erguss.

Kurven vom Typ D und E erscheinen seltener und sind immer ein Hinweis auf eine Mittelohrerkrankung.

Impedanzmessung bei Kindern

Bei Kindern liefern die Impedanzmessung und insbesondere das Tympanogramm dem Facharzt wesentliche Hinweise auf das eventuelle Vorhandensein einer Mittelohrentzündung. Mittelohrentzündungen können katarrhalisch oder eitrig sein und ein mehr oder weniger üppiges schleimiges, serös-schleimiges oder eitriges Exsudat erzeugen, welches das Mittelohr (Paukenhöhle) ganz oder teilweise bedeckt. Mittelohrentzündungen treten in den Sommermonaten weniger häufig auf und verbuchen ihre höchste Inzidenz im Winter während der Grippesaison. 

Eine katarrhalische Mittelohrentzündung kann in jedem Alter auftreten, ist jedoch bei Kindern häufiger. Bei ungefähr 80 % der Kinder tritt im Vorschulalter mindestens einmal eine Mittelohrentzündung auf.

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