Ohren Reinigen: So geht's richtig

Tipps & Tricks für gesunde Ohren

Medizinisch gesehen reinigen sich die Ohren im Normalfall von selbst. Man muss also theoretisch nicht aktiv die Ohren reinigen. Trotzdem ist es so, dass Menschen unterschiedlich viel Ohrenschmalz (med. Begriff dafür: Cerumen) produzieren. Es kommt immer wieder vor, dass ein verstopftes Ohr die Hörleistung beeinträchtigt.

Grund für ein verstopftes Ohr ist ein gestörter Abtransport des Ohrenschmalzes. Dann hilft nur Flüssigkeit, um das Ohrenschmalz zu lösen. Ganz wichtig: „Ohrenstäbchen“, wie Wattestäbchen ungünstigerweise auch heute noch heißen, dürfen nicht ins Ohr eingeführt werden! Mit ihnen kann man maximal die äußere Ohrmuschel reinigen. Man muss die Ohren spülen.

Ein verstopftes Ohr reinigen:

  • Schritt 1: Beim Duschen oder Baden absichtlich etwas lauwarmes Wasser ins Ohr laufen lassen.
  • Schritt 2: Mit Kaubewegungen regt man das Ohr an, die Flüssigkeit nach außen zu transportieren.
  • Schritt 3: Die nach wenigen Minuten herauslaufende Flüssigkeit mit einem Taschentuch aus der Ohrmuschel wischen.
  • Schritt 4: Wenn keine Besserung spürbar ist, ein Spray oder eine Spüllösung aus der Apotheke zur Ohrreinigung verwenden.
  • Schritt 5: Immer noch nicht besser? Bitte suchen Sie einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) auf.

Warum sind Wattestäbchen eigentlich nicht gut?

Ausgerechnet „Ohrenstäbchen“, wie Wattestäbchen und Q-Tips auch genannt werden, eignen sich überhaupt nicht zur Ohrenreinigung. Denn mit den Stäbchen schieben wir das Ohrenschmalz oft vor das Trommelfell – was zu einer Propfenbildung führt. Aktive Ohrenreinigung bedeutet also immer: Ohren ausspülen. Mehr dazu lesen Sie auch in unserem Blogartikel: Vorsicht bei Wattestäbchen
Natürlich möchten sich gerade Menschen, die In-Ear-Kopfhörer und/oder Hörgeräte tragen, die Ohren saubermachen. Die Ohren säubern kann man vor allem im Bereich der Ohrmuschel mit einem feuchten Tuch oder feuchten Waschlappen. In regelmäßigen Abständen kann man die Ohren richtig reinigen, wenn man tatsächlich das Gefühl hat, die Selbstreinigung stockt. Dann kann man die Ohren selbst spülen (siehe oben), so lässt sich auch der Gehörgang reinigen. Trotzdem sollte Ohrenpflege nicht übertrieben werden, da sich in den meisten Fällen die Ohren selber reinigen, wie schon oben erläutert.
Wenn es im Ohr juckt, fühlt es sich manchmal an wie trockene Ohren. Da das gesunde Ohr immer dafür sorgt, dass es leicht feucht ist, kann das Gefühl auf eine Infektion hindeuten. Gerade bei Menschen, die Hörgeräte tragen, die wenig Luft ans Ohr lassen, kann es zu kleinen Entzündungen kommen. Grund können auch winzige Risse in der Haut sein, die beim zu rabiaten Ohrenputzen entstanden sind. Wenn dann auch noch die Belüftung fehlt, können Bakterien die Oberhand gewinnen. Deshalb ist es immer wichtig, das Ohr möglichst sanft zu behandeln und die Hörgeräte stets sauber zu halten. Produkte zum Reinigen finden Sie auch bei Amplifon.

Ohren selber spülen und richtig reinigen

Um sich ein Bild zu machen, wie man die Ohren reinigen kann, lohnt sich ein Blick ins Innere des Ohrs. Der Gehörgang wird tiefer im Ohr immer enger. Nach diesem „Engpass“ erweitert er sich wieder, bevor er am Trommelfell endet. Diese Trichterform auf den ersten Zentimetern erklärt, warum Ohrenschmalz entfernen mit einem Wattestäbchen nicht sinnvoll ist. Denn das Ohrenschmalz gerät automatisch in einen immer engeren Bereich, wenn man versucht, es mechanisch zu entfernen. Deshalb muss man das Ohrenschmalz lösen, um es nach außen ablaufen lassen zu können.
Eine Ohrenschmalz-Überproduktion gibt es nicht. Jeder Mensch ist verschieden. Das eine Ohr produziert mehr Ohrenschmalz, das andere weniger. Und nicht zu vergessen: Ohrenschmalz ist gesund und wichtig. Die Ohrenschmalz-Funktion ist der Abtransport von Schmutz und Bakterien. Wer das Gefühl hat, lauwarmes Wasser genügt nicht, um das Schmalz in den Ohren zu verflüssigen, kann beim Ohrenschmalzentfernen auf ein Hausmittel zurückgreifen:

  1. Man träufelt einige Tropfen handwarmes Mandelöl in die Ohren.
  2. Den Kopf eine Minute nach links legen, wenn das Öl auf der rechten Seite eingeträufelt wurde.
  3. Eine Minute nach rechts, wenn in das linke Ohr Öl eingeträufelt wird.
  4. Nach fünf Minuten die Ohren mit lauwarmem Wasser ausspülen.
  5. Die Variante aus der Apotheke ist ein Spray zur Lösung des Ohrenschmalzes. 

Ohrenschmalz: Entstehung und Funktion

Ohrenschmalz entsteht in den Ohrenschmalzdrüsen, medizinisch Glandulae ceruminosae genannt. Die Drüsen befinden sich im vorderen Gehörgang. Nur dort befindet sich also auch das Ohrenschmalz. Die Drüsen, die das fettige Schmalz absondern, sind leicht veränderte Schweißdrüsen. Interessant übrigens: Asiaten haben anderes Ohrenschmalz als Europäer und Afrikaner. Ihr Ohrenschmalz ist weiß und eher trocken.
Ohrenschmalz besteht aus mehr als 1000 Substanzen. Man kennt sie noch lange nicht alle. Die wichtigste Funktion ist der Abtransport von Schmutz, Bakterien und Hautpartikeln aus dem Ohr. Das Cerumen enthält auch antibakterielle Wirkstoffe, um es den kleinen Eindringlingen möglichst schwer zu machen. Auch ein Grund, den Ohren ausreichend Ohrenschmalz zu lassen. Denn damit können Infektionen, wie die Mittelohrentzündung verhindert werden.

Ohren reinigen bei Kindern und Babys

Wenn nichts Auffälliges zu sehen ist, muss man die Ohren des Babys nicht saubermachen. Das gleiche gilt für das Ohrenreinigen bei Kindern. Die kleinen und empfindlichen Ohren von Babys und Kindern reinigt man nur vorsichtig in der Ohrmuschel. Baby-Ohren reinigen Sie am besten mit einem lauwarmen Waschlappen. Meist ist das Ohrenschmalz beim Baby sowieso verschwindend gering. Wattestäbchen bei Babys sollte man vermeiden. Tatsächlich gibt es im Handel Baby-Ohrenstäbchen. HNO- und Kinderärzte raten von der Verwendung dieser zur Ohrenreinigung bei Babys und Kindern jedoch unbedingt ab! Hat ein Baby auffallend viel Ohrenschmalz, können Sie den Kinderarzt darauf aufmerksam machen. Eventuell gibt es eine Verwachsung im Ohr. Das Ohrenschmalz entfernen Kinder auch schon einmal selbst, indem sie mit dem Finger ins Ohr gehen. Dabei kann es in der Regel nicht zu Verletzungen kommen.

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