Schallleitungsschwerhörigkeit

Was ist eine Schallleitungsschwerhörigkeit?

Die Schallleitungsschwerhörigkeit ist eine Blockade oder ein mechanischer Defekt im Ohr, der eine Weiterleitung von Geräuschen vom Außen- und Mittelohr zu den Sinneszellen im Innenohr behindert. Wenn dieser Weg eingeschränkt wird, kommt es nicht zu einer vollständigen Schallübertragung und das Hörvermögen ist damit eingeschränkt. Bei dieser Art der Schwerhörigkeit sind das Außen- und Mittelohr betroffen.

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit, auch konduktive Schwerhörigkeit genannt, kann in jedem Lebensalter auftreten und verschiedenste Ursachen und Schweregrade haben. Die Diagnostik sollte schnellstmöglich bei Ihrem Hals-Nasen- Ohrenarzt erfolgen und eine passende Therapie durchgeführt werden.
Damit Sie besser verstehen was eine Schallleitungsschwerhörigkeit bedeutet, verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick vom Weg der Schallübertragung an das Ohr.
Der Weg des Schalls führt durch die mechanische Kette, bestehend aus dem Trommelfell, der Gehörknöchelchen und des Labyrinths, die dafür zuständig ist den Schall in Aktionspotentiale der Nervenfasern umzuwandeln. Genauer betrachtet trifft der Schall aus der Luft zuerst auf das Trommelfell und wird dann über die Gehörknöchelchen im Mittelohr über Hammer, Amboss und Steigbügel in das Innenohr weitergeleitet. Wichtig ist, dass diese drei Knöchelchen beweglich sind und schwingen können, damit der Schall übertragen werden kann. Im Fall einer Schallleitungsschwerhörigkeit gibt es eine Störungsquelle, die verhindert, dass die Gehörknöchelchen schwingen können.
Die Schallempfindungsschwerhörigkeit, auch Innenohrschwerhörigkeit genannt, kann von Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit reichen. Generell ist ein Auslöser für diese Art der Schwerhörigkeit eine Störung im Innenohr oder am Hörnerv. Eine der Ursachen für die Innenohrschwerhörigkeit ist auch die Altersschwerhörigkeit, die im Alter, ab 50 aufwärts, auftreten kann und eine Abnutzung und Funktionsbeeinträchtigung des Innenohrs mit sich bringt.

Unterschied zur normalen Schwerhörigkeit

Die Schwerhörigkeit kann ihre Ursache im gesamten Bereich der Hörorgane haben im Gegensatz zu der Schallleitungsempfindlichkeit, die das Außen -und Mittelohr betrifft. Der Begriff „Schwerhörigkeit“ ist dabei ein Oberbegriff für unterschiedliche Grade der Beeinträchtigung des Hörvermögens. Welche Art von Schwerhörigkeit diagnostiziert wird ist abhängig vom betroffenen Hörorgan.

Schallleitungsschwerhörigkeit: Mögliche Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Schallleitungsschwerhörigkeit, die Sie von der folgenden Liste entnehmen können.

  • Ein Ohrenschmalzpfropf kann den äußeren Ohrkanal Blockieren und somit die Schallleitung behindern
  • Krankhafte Verwachsung der Innenohrknochen (Otosklerose) können außerdem zu Funktionsschwäche der Gehörknöchelchen führen
  • Die chronische Mittelohrentzündung ist ein Grund dafür, dass sich das Trommelfell nicht mehr bewegen kann und dadurch der Schall nicht weitergeleitet wird
  • Der Tubenkatarrh ist eine Tubenbelüftungsstörung, die verursacht dass die Eustachische Röhre sich verengt oder schließt, sodass keine Luft an das Mittelohr gelangt und sich eine Mittelohrentzündung ankündigt
  • Ein Akustikusneurinom kann das Gehör durch Druck auf die Nerven stören
  • Eine Verletzung im Trommelfell lässt Keime und Bakterien ins Mittel- und Innenohr und kann zu einer Mittelohrentzündung führen.
  • Ein Cholesteatom ist eine chronisch-eitrige Entzündung des Mittelohrs und greift die Gehörknöchelchen im Mittelohr an, wodurch das Hörvermögen erheblich beeinträchtigt wird
  • Ein Paukenerguss ist eine Erkrankung im Ohr, bei der sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammelt welche das Hörvermögen mindert.

Erste Anzeichen und Symptome

Es gibt verschiedene Symptome für die Schallleitungsschwerhörigkeit. Generell nehmen Sie Alltagsgeräusche viel leiser und dumpfer wahr, wenn Ihr Hörvermögen eingeschränkt wird. Auch tiefe und hohe Töne werden gleich schwach wahrgenommen. Hinzu kommt, dass Gespräche anstrengender für Sie werden. Taubheit oder ein kompletter Hörverlust (Hypakusis) sind außerdem möglich.

Diagnostik: So wird der Hörverlust festgestellt

Es gibt verschiedene Methoden und Verfahren, um den Hörverlust beim Hals-nasen-Ohrenarzt festzustellen zu lassen. Die bekannteste Methode für die Diagnose ist das Tonschwellenaudiogramm (Volksmündlich „Hörtest“), das den äußeren Gehörgang und das Trommelfell untersucht. Am einfachsten kann der HNO-Arzt die Schallleitungsschwerhörigkeit durch eine Otoskopie (Ohrenspiegel) feststellen. Bei dem Rinne-Versuch wird die Schallleitung beider Ohren verglichen und beim Weber- Versuch wird die Kopfknochenleitung getestet. Ein Tympanogramm kann schließlich eine Angabe über die Trommelfellbeweglichkeit anzeigen. Welches Verfahren nun angewandt wird entscheiden Sie am besten mit Ihrem HNO-Arzt.

Therapien und mögliche Operationen

Die Therapie wird je nach Ursache der Behinderung einfach oder kompliziert. Wenn die Ursache für die Schallleitungsschwerhörigkeit ein Ohrenschmalzpfropfen ist, kann ein schneller manueller Eingriff diesen beheben. Für eine Belüftungsstörung der Tuba reichen Medikamente, wie ein Nasenspray, um zu genesen.  Bei entzündlichen Prozessen wie eine Otosklerose müssen in einer Operation eventuelle Gehörknöchelschäden ersetzt werden (Stapesplastik/ Tympanoplastik).  Im Fall eines Paukenergusses kann ein kleiner Schnitt im Trommelfell notwendig sein, damit die Flüssigkeit abfließen kann. Auch ein Hörgerät kann zum Einsatz kommen, um das Hörvermögen wiederherzustellen. Ein Hörimplantat wird nur dann eingesetzt, wenn ein ausreichendes Hören und Verstehen nicht mehr möglich ist oder ein gänzlicher Hörverlust eingetreten ist.

Schallleitungsschwerhörigkeit bei Kindern

Kinder können die Schallleitungsschwerhörigkeit erben oder diese um den Geburtsvorgang herum erfassen. Diese Art von Schwerhörigkeit bei Kindern ist im Normalfall vorübergehend.
Die Schallempfindungsschwerhörigkeit besteht oft von Geburt an und kann auch die Folge von Lärmeinflüssen, Alter oder Medikamenten sein, die dem Gehör schaden. Diese Art von Hörverlust ist dauerhaft und kann nur mithilfe von Hörgeräten und in manchen Fällen mit Cochlea- Implantaten wiederhergestellt werden.

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