Cochlea Implantat (CI-Hörgerät)

Hörprothese für Gehörlose

Was ist ein Cochlea Implantat?

Ein Cochlea-Implantat (CI oder auch elektronische Hörprothese) ist ein elektronisches medizinisches Gerät, welches die Funktion der beschädigten Teile des Innenohrs übernimmt. Dabei wandelt es Schall in elektrische Signale um und leitet diese direkt an den Hörnerv weiter. Im Vergleich, ein Hörgerät erhöht die Lautstärke von Geräuschen.

Wie funktioniert ein Cochlea Implantat?

Das Cochlea Implantat besteht aus zwei Teilen: einem Soundprozessor mit Sendespule, der außerhalb, hinter dem Ohr getragen wird. Und dem Cochlea Implantat mit Elektroden, das hinter dem Ohr, direkt unter der Haut implantiert ist.

Was passiert dann?

  1. Der Soundprozessor nimmt die Geräusche außerhalb des Ohres auf und wandelt sie in digitale Impulse um.
  2. Über die Sendespule werden diese Impulse durch die Haut an das Implantat gesendet. 
  3. Erst im Implantat werden die digitalen Codes zu elektrischen Impulsen umgewandelt und von dort über Elektroden direkt in das Innenohr geleitet. Die Elektroden wurden, vom Implantat ausgehend, chirurgisch bis in das Innenohr verlegt. 
  4. Durch die elektrische Stimulation der Hörnervenfasern werden die Impulse vom Gehirn als Geräusche erkannt

Für wen ist ein Cochlea Implantat geeignet?

Für bestimmte Typen der starken Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit ist ein Hörimplantat eine sinnvolle Lösung. Besonders bei Kindern mit schweren Hör-Einschränkungen wird oft ein Innenohr-Implantat eingesetzt, das so genannte Cochlea Implantat (Cochlea= Innenohr). Im Gegensatz zu einem Hörgerät verstärkt das Implantat nicht nur, es übernimmt auch die Funktion des Innenohrs. Es ist damit in der Lage, auch bei beschädigten Haarzellen des Innenohrs das Hören wieder zu ermöglichen. Für das Setzen des Implantats ist ein chirurgischer Eingriff notwendig.

Für Erwachsene wird ein Cochlea Implantat meist dann vom Arzt empfohlen, wenn die Schwerhörigkeit stark zunimmt, beide Ohren betrifft und mit einem Hörgerät nicht mehr auszugleichen ist. Grundvoraussetzung ist ein gesunder Hörnerv.

Tests dazu werden meist schon in der Klinik vorgenommen, die später auch den Eingriff durchführt. Am besten ist das Hörvermögen wiederherzustellen, wenn die starke Schwerhörigkeit oder Taubheit erst eingesetzt hat, nachdem das Sprachvermögen schon voll ausgebildet war. Auch die Hörbahn und das Hörzentrum im Gehirn müssen intakt sein. Um die Eignung für ein Implantat festzustellen, sind eine Vielzahl von Untersuchungen notwendig. Erst dann kann der behandelnde Arzt einschätzen, ob ein Cochlea Implantat eine erfolgsversprechende Therapiemöglichkeit sein könnte und seine Empfehlung aussprechen.

Cochlea Implantat für Kinder und Babys

Bei Kindern, bei denen die Gefahr einer starken Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit besteht, werden die Hörimplantate meist sehr früh vom Arzt empfohlen. Es geht bei Kindern darum, die Hör- und Sprachentwicklung nicht in einem entscheidenden Moment zu unterbrechen. Auch gehörlos geborene Kinder können unter bestimmten Voraussetzungen mit dem Cochlea Implantat wieder hören. Sie werden von Logopäden, Pädagogen und Psychologen über den ganzen Prozess hinweg betreut.

Pro und Contra

Die Vorteile eines Cochlea Implantats sind, dass Betroffene mit einem CI wieder Gespräche, den Wind oder das Klingeln des Telefons. hören können. Ein CI kann Menschen dabei helfen, wieder aktiv am Leben teilzuhaben und viele neue Informationen aufzunehmen. So kann die Persönlichkeit stetig wachsen. Darüber hinaus nehmen Betroffene nach der CI-Implantation ihre Umgebungsgeräusche wieder viel besser wahr, sodass auch mögliche Gefahren im Umfeld wieder leichter erkennen lassen.

Vom Träger kann die Wartung des Geräts als Contra angesehen werden, da sie einmal im Jahr durchgeführt werden muss. Ein weiterer Punkt ist, dass der Patient mit der Nutzung eines CI unter Umständen sein Restgehör verliert. Die Ärzte müssen also sicher sein, dass der Teil des Gehörs, der ersetzt wird, nicht mehr ausreichend zu gebrauchen ist.

Kosten und Kostenübernahme

Wer sich für sich oder für sein Kind für eine Cochlea Implantat Operation entscheidet, hat bereits ausführlich mit seinem Hals-Nasen-Ohrenarzt gesprochen. Es werden umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt: verschiedenen Hörtests, eine Computertomografie (CT) und eine eingehende Überprüfung des Hörnervs. Die Gesamtkosten von Untersuchungen, Operation und Nachsorge belaufen sich auf ca. 40.000 Euro. Sie werden bei der passenden Indikation von der Krankenkasse übernommen.

Cochlea Implantat OP

Die Operation, bei der das Hörimplantat eingesetzt wird, ist ein häufig durchgeführter Eingriff. Immerhin dauert der Eingriff aber doch im Durchschnitt zwei bis drei Stunden. Er findet unter Vollnarkose statt. Häufig werden in beide Ohren Cochlea-Implantate eingesetzt. Die beidseitige Versorgung verbessert das Richtungshören. Außerdem wird das Sprachverstehen einfacher, auch bei störenden Hintergrundgeräuschen. In der Regel übernehmen spezialisierte Kliniken den Eingriff, die dann teilweise auch die Nachsorge anbieten. Erst nach einer Einheilungszeit von meist vier Wochen wird der Sprachprozessor angeschlossen. Das heißt: Erst dann fängt das Wahrnehmen von Tönen eigentlich an. 

Nachsorge und Hörtraining

Nach der Cochlea Implantat Operation ist ein normales Hören nicht gleich möglich. Vor allem bei Kindern und Erwachsenen, die vorher taub waren, muss das Gehirn erst lernen, mit den neuen Eindrücken umzugehen. Aber auch für Menschen, die schon lange Zeit unter zunehmender Schwerhörigkeit gelitten haben, beginnt das Hören noch einmal neu. Denn viele Geräusche und deren Unterscheidung hat das Gehirn über die Jahre einfach verlernt und vergessen. Nach der Implantation muss das Gehirn deshalb die Erkennung von Klängen fast neu erlernen. Damit das bestmöglich gelingt, übt ein Audiologe mit dem Träger des Hörimplantats sprechen und hören. Wie lange es dauert, bis dieser das Hören wieder voll erlernt hat, hängt davon ab, wie lange der Hörverlust davor angedauert hat und wie schwer er war. Das Cochlea Implantat selbst wird auch vom behandelnden Audiologen in seinen Einstellungen genau an das jeweilige Hörvermögen angepasst und immer wieder nachjustiert.

Cochlea Baha: Speziell für's Mittelohr

Schwerhörigkeit ist nicht gleich Schwerhörigkeit. Während das Cochlea Hörimplantat direkt auf Fehlfunktionen des Innenohrs einwirkt, überwindet das Baha Implantat Probleme im Mittelohr. Tatsächlich gibt es die Situation, mit einem vollkommen intakten Innenohr schwerhörig zu werden. Grund ist ein Schallleitungsproblem des Mittelohrs. Die Ursachen dafür können Fehlbildungen oder chronische Ohrentzündungen sein.

Das Baha Implantat als sogenanntes Knochenleitungs-Hörimplantat kann das Mittelohr, das den Schall schluckt, überwinden und direkt an das gesunde Innenohr senden. Das Baha Implantat arbeitet an der Außenseite des Ohrs wie das Innenohr-Implantat (siehe oben). Es fängt die Geräusche mit einem Soundprozessor auf und leitet sie dann durch ein direkt hinter dem Ohr liegendes Titanimplantat in den Knochen. Die Schallwellen werden so über den eigenen Knochen bis ins Innenohr transportiert. Es ist kein Eingriff im Mittel- oder Innenohr notwendig.

Grad der Behinderung

Bei angeborener Gehörlosigkeit oder Kinder, die bis zum 7. Lebensjahr (prälingual) ihr Gehör beiderseits verloren haben bekommen einen GdB zwischen 80 und 100 zugesprochen. Durch ein Cochlea Implantat oder ein Hörgerät kann sich jedoch die Sprache der Betroffenen gut entwickeln, sodass der GdB individuell angepasst werden kann.

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