Die Geschichte der Hörgeräte

Hörgeräte – 200 Jahre Geschichte
29 November 2018
Heutige Hörgeräte sind dezente High-Tech-Systeme mit beeindruckender Leistungsfähigkeit. Wir erzählen Ihnen die zweihundertjährige Geschichte der Hörgeräte.
Verschiedene Hörhilfen helfen Menschen mit Hörminderung schon seit fast 200 Jahren. Seit der Mikroprozessor in den 1970er Jahren erfunden wurde, hat sich die Entwicklung besserer Hörgeräte extrem beschleunigt. Vom Hörrohr bis zur Stammzellenforschung geben wir Ihnen einen Überblick über die Geschichte der Hörhilfen und zeigen Ihnen die Entwicklung der verschiedenen Geräte.  

1800er: Die ersten Hörhilfen

Ein einfaches, trichterförmiges Hörrohr, welches den Schall auffängt und direkt in den Gehörgang leitete, fand ab dem 19. Jahrhundert Verbreitung.

1890er: Die erste elektrische Hörhilfe

Im Jahr 1898 wurde von Miller Reese Hutchison das erste elektrische Hörgerät erfunden. Es handelte sich um ein transportables Kohlemikrofon, das auf dem Prinzip des Telefons beruhte. Das Gerät verstärkte mithilfe elektrischer Spannung den Schall. Tragbare und daher praktischere Geräte gab es zwar bereits seit 1902, jedoch waren diese bis zu den 1940er Jahren nicht im allgemeinen Gebrauch. Diese Hörhilfen konnten auch nur bei einem moderaten Hörverlust helfen.

1920er: Heiß und schwer

1920 erfinden Schiffsbau-Ingenieure ein Hörgerät aus Elektronenröhren und tauften es Vactuphone. Das Hörgerät nutzt die Technik des Telefons, um Schallwellen in elektrische Signale umzuwandeln und diese sodann zu verstärken. Das Vactuphone ist leistungsfähiger als die Kohlegeräte. Es erfordert aber zwei der damals sehr teuren Batterien.

1980er und 90er: Aufstieg des Phoenix

Digitale Signalprozessor-Chips (DSP) wurden 1982 der Öffentlichkeit vorgestellt und alsbald von Hörgeräte-Herstellern genutzt; Project Phoenix stellte 1988 das erste DSP-Hörgerät der Welt her.

Zwar verfügten die Hörgeräte des neuen Typs über bessere Technik, in punkto Größe und Anwenderfreundlichkeit stellten sie jedoch einen Rückschritt dar. Doch schon Mitte der 1990er Jahre wurden die ersten volldigitalen Hinter-dem-Ohr- und Im-Ohr-Hörgeräte mit einer Leistung von 40 Millionen Rechenschritten pro Sekunde in Massenproduktion hergestellt.

Heute

Moderne Hörgeräte-Technologie ist heute so weit entwickelt, dass die winzigen digitalen Geräte im Ohr nahezu unsichtbar sind. Das bedeutet, dass Menschen mit Hörminderung, die bislang vom Tragen sichtbarer Hörhilfen zurückschreckten, heute besseres Hören genießen können.

Zukunft: Am Stamm des Problems

An der Universität von Sheffield haben Versuche kürzlich gezeigt, dass Stammzellen das Potenzial haben, verlorenes Hörvermögen wiederherzustellen. Eine Injektion mit Stammzellen in die Ohren von Rennmäusen ergab, dass die Tiere danach im Durchschnitt 45% ihres Hörvermögens zurückgewannen. Der nächste Schritt ist die Entwicklung einer Testmethode für den Menschen.

In fünf Jahren: Laser-Ohren

Gegenwärtig befindet sich das "Ear Lens"- System in der klinischen Testphase. Es besteht aus einem Wandler, der direkt auf dem Trommelfell befestigt ist, sowie einem hinter dem Ohr befindlichen Empfänger und Sender. Dieses überträgt mit Laserstrahlen die Signale direkt an den Wandler, welcher sie in Vibrationen umwandelt und auf das Trommelfell überträgt. Der Vorteil des Systems ist ein erheblich erweiterter Frequenzbereich im Vergleich zu herkömmlichen Hörgeräten.

In 10 Jahren: Die Energiequelle sind Sie

Innerhalb des nächsten Jahrzehnts wird mit der Anwendungsreife einer vollständig im Ohr implantierten Hörhilfe gerechnet. Vollständig? Aber was ist mit der Batterie? Das neue System wird mit Induktion betrieben werden, was bedeutet, dass die Energie im menschlichen Körper die Batterie auflädt.

In 20-30 Jahren: Die Haare der Schnecke

Zahlreiche wissenschaftliche Forschungsarbeiten widmen sich derzeit der Regeneration der Cochlea (Hörschnecke).

Dies beinhaltet die Animation des Zellwachstums im Innenohr bzw. den Versuch, die umliegenden Zellen dazu zu bringen, sich so zu verändern, dass sie beschädigte Zellen ersetzen können. Die Haarzellen, um die es bei dieser Forschung geht, transformieren Vibrationen in neuronale Signale. Dies bezügliche Forschungsarbeiten sind derzeit noch im theoretischen Stadium, da die Wissenschaftler noch an der sicheren Umwandlung von Zellen forschen.

Zurück
Weiter

News rund ums Hören

Lesen Sie in unserem Amplifon Blog spannende und informative Beiträge.
Mehr erfahren

Ihr nächster Schritt mit Amplifon

Online Termin für kostenfreie Beratung

Termin buchen

Schneller Online-Hörtest in 3 Minuten

Test starten

Filialsuche in Ihrer Umgebung

Filiale finden