Die Eustachische Röhre: Ohrtrompete

Tuba auditiva

Aufbau und Funktion, sowie mögliche Probleme und Erkrankungen

Die nach dem Anatom Bartolomeo Eustachi aus dem 16. Jahrhundert benannte Eustachische Röhre (oder Ohrtrompete) ist ein Kanal, der das Mittelohr mit dem Rachenraum verbindet. Wenn man erkältet ist, nimmt man Geräusche wie durch Watte wahr, als ob etwas das Ohr verstopfen und die normale Klangübertragung beeinträchtigen würde.   Hinter dieser Erfahrung verbirgt sich eine Dysfunktion der Ohrtrompete, die verschiedene Ursachen und Auswirkungen haben kann.  

Was ist die Eustachische Röhre?

Die Eustachische Röhre ist der Kanal, der das Mittelohr mit dem Nasen-Rachen-Raum verbindet, also den oberen Teil des Halses mit dem hinteren Teil der Nasenhöhle. 

Aufgabe und Funktion der Ohrtrompete

 Die Ohrtrompete hat folgende physiologische Funktion:

  • den Mittelohrdruck und dessen Angleichung an den Luftdruck außerhalb des Körpers kontrollieren;
  • einen guten Schleimabfluss ermöglichen;
  • verhindern, dass Krankheitserreger vom Rachen ins Mittelohr gelangen;
  • verhindern, dass normale Körpergeräusche wir die Atmung oder die eigene Stimme direkt auf das Trommelfell einwirken.

Meistens ist die Ohrtrompete verschlossen; sie öffnet sich nur bei Vorgängen wie dem Gähnen, Schlucken oder Kauen, um den Luftdurchgang zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum zu ermöglichen. Wenn sich der Luftdruck schnell ändert und das plötzliche Gefühl entsteht, das Ohr sei verschlossen (wie z. B. im Flugzeug) kann das absichtliche Ausführen dieser Vorgänge helfen, die Ohrtrompete zu öffnen und für einen Druckausgleich im Mittelohr zu sorgen.

Anatomie: Tuba autidiva

Die Eustachische Röhre verbindet den vorderen Teil des Mittelohrs mit der Seitenwand des Nasen-Rachen-Raums (auf Ebene der unteren Nasenmuschel). Sie erstreckt sich vom knöchernen Teil im Schläfenbein bis zur knorpeligen Seitenwand des Nasen-Rachen-Raums und besitzt daher sowohl Anteile aus Knochen als auch aus Knorpel. Bei Erwachsenen hat die Eustachische Röhre eine Länge zwischen 35 und 45 mm und einen variablen Durchmesser, der an der Rachenöffnung und an der Paukenhöhle weiter ausfällt und am Isthmus, einer Verengung im mittleren Teil, am Übergang vom knöchernen zum knorpeligen Teil, schmaler ist. 

Der knöcherne Abschnitt macht ein Drittel der Gesamtlänge der Röhre aus. Er beginnt an der Vorderwand der Paukenhöhle, verengt sich dann und endet schließlich an der Verbindung zwischen Schuppen- und Felsenteil des Schläfenbeins. Der dadurch entstehende unregelmäßige Rand macht den Ansatz des knorpeligen Abschnitts der Eustachischen Röhre möglich.

Dieser knorpelige Teil der Ohrtrompete besteht aus einer dreieckigen Faserknorpelplatte.  Die Spitze dieses Dreiecks ist am medialen Ende des Knochenabschnitts der Eustachischen Röhre befestigt; die Basis des Dreiecks liegt direkt unter der Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raums. Der dreieckige Faserknorpel befindet sich in einem Kanal zwischen dem großen Keilbeinflügel und dem Felsenteil des Schläfenbeins. Auch der knorpelige Abschnitt der Röhre ist zusätzlich nach unten geneigt, weist mehrere Schleimdrüsen und signifikantes adenoides Gewebe auf; die Rachenöffnung dieses Abschnittes, der Torus tubarius, wird von den Tubenmandeln eingerahmt

Welche Probleme kann die Eustachi-Röhre verursachen?

Eustachische Röhre verklebt und verstopft

Die Symptome von Tubenkatarrh gleichen denen einer Mittelohrentzündung. Tatsächlich kann dieser Katarrh Vorläufer einer Mittelohrentzündung sein, da sich bei einem Überschuss des Katarrhs der Zugang zum Mittelohr, d. h. die Eustachi-Röhre entzündet. 

Eine Verengung oder Entzündung der Eustachi-Röhre begünstigt die Entwicklung einer Mittelohrentzündung, da die damit einhergehende Tubenbelüftungsstörung  die Temperatur und Feuchtigkeit im Mittelohr ansteigen lässt, wodurch eine ideale Umgebung für Viren und Bakterien entsteht.  Die Tubenbelüftungsstörung an sich wird für gewöhnlich bereits durch Viren oder Bakterien ausgelöst. 

Aus den genannten Gründen werden die Symptome von Tubenkatarrh oft mit denen einer Mittelohrentzündung verwechselt. Typische Symptome:

  • Verschlechtertes Hörvermögen
  • Echo der eigenen Stimme im Ohr
  • Das Gefühl, das Ohr sei verstopft 
  • Druckgefühl im Ohr
  • Gefühl der „Fülle“ im Ohr
  • Ohrensummen und Tinnitus

Wenn die Eustachische Röhre nur an einem Ohr verstopft ist, kann auch der Eindruck einer leichten Gleichgewichtsstörung entstehen. Dieses durch Tubenkatarrh erzeugte Schwindelgefühl tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Für gewöhnlich verschwindet das Schwindelgefühl wieder, sobald die Entzündung der Eustachi-Röhre abklingt. Aufgrund der Reizung im Gleichgewichtsapparat kann der Tubenkatarrh Kopfschmerzen verursachen. In sehr seltenen Fällen können die Ohrgeräusche als Tinnitus verbleiben. 

Chronischer Katarrh in der Eustachischen Röhre kann auch zu einem permanenten Hörverlust führen, aber dies geschieht nur extrem selten.

Tinnitus und Ohrgeräusche

Ein wiederholtes Auftreten von Otitis in kurzen Zeitabständen, vor allem in Verbindung mit einem Überschuss an Katarrh, wird oft durch eine schlechte Funktion der Eustachischen Röhre verursacht.  Dies führt zum Gefühl von Watte im Ohr mit wiederkehrendem Tinnitus und der unangenehmen Wahrnehmung eines Widerhalls der eigenen Stimme.

Tubenkatarrh: Entzündung der Eustachi-Röhre

Wenn sich über einen längeren Zeitraum Tubenkatarrh im Ohr sammelt, zum Beispiel aufgrund einer Sinusitis oder Otitis, entzündet sich die Ohrtrompete chronisch. Zu den Symptomen gehören ein Gefühl von Watte im Ohr, ein Echo im Ohr, verstopfte Ohren, die Absonderung von dichtem Schleim, die Rötung des Ohrs oder Anstieg der Temperatur.

Diagnose der Eustachischen Röhre

Da die Eustachischen Röhren innerhalb des Schädels verlaufen, also schwer zugänglich und für das Auge unsichtbar sind, ist es nicht einfach, eine Störung ihrer Funktion zu diagnostizieren. Der erste Ansatz sollte immer eine objektive Hörprüfung und eine Otoskopie vorsehen; weitere fachärztliche Untersuchungen wie z. B. eine Tympanometrie und eine Nasopharyngoskopie können bei der Erkennung einer Dysfunktion helfen. 

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