Pflege von Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten
- Den BTE-Filter austauschen
- Anleitung zur Reinigung von BTE-Hörgeräten
- Den BTE-Schlauch austauschen
Die Wahl des richtigen Hörsystems ist ein großer Schritt zu mehr Lebensqualität. Unabhängig davon, ob Sie ein klassisches Hinter-dem-Ohr-System (HdO) oder ein modernes Receiver-in-Canal-Gerät (RIC) nutzen: Eine sorgfältige Routine sorgt für glasklaren Klang und schützt die empfindliche Technik vor Verschleiß. Während wir in einem anderen Artikel ausführlich erklären, wie Sie Ihr IdO-Hörgerät richtig pflegen, widmet sich dieser Leitfaden der optimalen Wartung von Systemen, deren Gehäuse hinter der Ohrmuschel sitzt.
Klassische BTE-Systeme (Behind-the-Ear) leiten den Schall über einen transparenten Kunststoffschlauch in das Ohrpassstück (Otoplastik). Da dieses direkt im Gehörgang sitzt, muss man die Otoplastik reinigen, um Ablagerungen von Cerumen (Ohrenschmalz) und Schweiß rückstandslos zu entfernen.
Trennen Sie für die Reinigung die Otoplastik vorsichtig vom Gehäuse des Hörgeräts. Das Gehäuse selbst darf niemals mit Wasser in Berührung kommen! Die Otoplastik hingegen können Sie in ein spezielles Reinigungsbad mit Brausetabletten legen. Nach einer Einwirkzeit von etwa 15 Minuten spülen Sie das Passstück gründlich mit lauwarmem Wasser ab und pusten den Schallkanal mit einem handlichen Pusteball (Otoblasebalg) trocken. Sollte der Kunststoffschlauch im Laufe der Zeit verhärten oder vergilben, müssen Sie den Schallschlauch wechseln lassen, um eine optimale Schallübertragung und einen bequemen Sitz zu garantieren. Gerne unterstützen wir Sie bei diesen Handgriffen in einem von über 600 Fachgeschäften vor Ort – zum Beispiel in unseren modernen Filialen in München, Köln oder Hamburg.
Bei einem RIC-Hörsystem (Receiver-in-Canal) befindet sich der Lautsprecher direkt im Gehörgang. Diese Bauweise ermöglicht besonders kleine, oft fast unsichtbare Gehäuse hinter dem Ohr. Da hier jedoch ein dünnes Kabel statt eines Schallschlauchs verläuft, sieht die RIC-Hörgeräte Pflegeanleitung etwas anders aus:
Unabhängig davon, wie gründlich Sie Ihre HdO-Hörgeräte reinigen – nach einigen Jahren ist ein technisches Upgrade sinnvoll. In Deutschland haben gesetzlich Versicherte alle 6 Jahre Anspruch auf einen neuen, finanziellen Zuschuss durch ihre Krankenkasse. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt bei medizinischer Notwendigkeit (nachgewiesen durch eine HNO-Verordnung Ihres Ohrenarztes) einen Festbetrag von bis zu ca. 700 € pro Ohr.
Dank dieser Regelung erhalten Sie hochmoderne Basis-Hörgeräte in jedem qualifizierten Fachgeschäft zum Nulltarif*. Für Sie fällt lediglich die gesetzliche Zuzahlung von 10 € pro Hörgerät an. Sollten Sie sich für fortschrittlichere Premium-Features entscheiden, wird der Krankenkassen-Zuschuss direkt vom Kaufpreis abgezogen – Sie tragen dann nur noch den verbleibenden Eigenanteil.
* Eigenanteil i. H. v. EUR 0,- pro Gerät gilt für gesetzl. Krankenversicherte mit Versorgungsanspruch aufgrund ärztl. Verordnung (jeweils zzgl. 10,- € pro Gerät aufgrund gesetzl. Zuzahlungspflicht). Angebot gilt nicht für privat Krankenversicherte und Selbstzahlende, deren Zuzahlungspflichten sich individualvertraglich ergeben und daher abweichend sein können.
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Trennen Sie die Otoplastik vorsichtig vom Hörgeräte-Gehäuse. Legen Sie das Ohrpassstück in ein Reinigungsbad mit speziellen Reinigungstabletten für Hörsysteme. Spülen Sie es nach 15 bis 30 Minuten gründlich mit klarem Wasser ab. Verwenden Sie unbedingt einen Pusteball, um Feuchtigkeitsreste vollständig aus dem Schallschlauch zu entfernen, bevor Sie die Teile wieder zusammensetzen.
Bei klassischen BTE-Geräten (mit Schallschlauch) können Sie die Otoplastik nass reinigen, da sich keine Elektronik im Ohr befindet. Bei RIC-Geräten sitzt der Lautsprecher (Ex-Hörer) direkt im Ohr. Daher darf dieser Bereich niemals nass gereinigt werden. Stattdessen müssen Sie hier trocken wischen und regelmäßig den Ex-Hörer Cerumenfilter wechseln.
Kondenswasser entsteht durch Temperaturunterschiede und Schweiß. Trennen Sie den Schallschlauch vom Hörgerät und nutzen Sie einen speziellen Luftpuster (Otoblasebalg), um die Wassertropfen herauszublasen. Alternativ hilft das nächtliche Lagern auf einem aktiven Hörgeräte-Trockenkissen, um Feuchtigkeit im Schlauch effektiv vorzubeugen.
Der Filter des Ex-Hörers sollte je nach persönlicher Ohrenschmalz-Produktion alle 4 bis 8 Wochen gewechselt werden. Spätestens wenn der Klang leiser oder dumpfer wird oder Sie bei der Sichtprüfung Verstopfungen feststellen, ist ein schneller Austausch ratsam.