Knalltrauma

Was passiert bei einem Knalltrauma?

Bei einem Knalltrauma wird das Ohr zwei Millisekunden lang von einer Laustärke von mehr als 150 Dezibel getroffen. Durch die plötzliche, starke Lärmeinwirkung trifft der Schall ungebremst auf die feinen Haarzellen des Innenohrs. Folgen können, je nach Stärke der Schalleinwirkung, ein stechender Schmerz, (vorübergehender) Hörverlust und Pfeifgeräusche im Ohr sein.

Ein lauter Knall, ein Schmerz im Ohr, gefolgt von einem wattigen Gefühl und einem Piepen im Ohr – so fühlt sich ein Knalltrauma an. Was ist passiert? In nur ein bis drei Millisekunden haben auf das Ohr über 150 Dezibel eingewirkt. Typische Knalltrauma-Ursachen sind:

  • Schüsse (Jäger, Polizisten)
  • Knallgeräusche auf Baustellen bzw. in Werkhallen
  • Silvesterböller
  • Ausgelöste Airbags
  • Schläge direkt aufs Ohr (Ohrfeigen)
Bei ansteigendem Lärm haben die Ohren die Möglichkeit, durch einen natürlichen Reflex die empfindlichen Haarzellen im Ohr zu schützen. Bestimmte Nervenzellen im so genannten MOC-System sind in der Lage, laute Geräusche für das Gehör zu dämpfen. Kommt der Lärm aber so plötzlich wie bei einem Knall, bleibt keine Zeit zu reagieren. Der Schall trifft das empfindliche Innenohr ungebremst und löst so ein akustisches Trauma aus.
Handelt es sich um ein leichtes Knalltrauma, verschwinden die Knalltrauma-Symptome wie das Gefühl von Watte im Ohr, ein lautes Piepen, teilweise auch stechende Schmerzen und schlechtes Hören wieder. Wurden die feinen Zellen im Innenohr durch das Knalltrauma im Ohr aber nachhaltig geschädigt, können Hörschäden zurückbleiben:
 
  • Hohe Töne werden nicht mehr wahrgenommen, die Hörschwelle steigt im oberen Frequenzbereich dauerhaft an.
  • Das Piepen verschwindet nicht mehr nach dem Knalltrauma, ein Tinnitus bleibt zurück.

Andere Formen eines akustischen Traumas

Unter Trauma versteht man in der Medizin eine körperliche Verletzung, die durch eine massive Gewalteinwirkung hervorgerufen wurde. Ein akustisches Trauma wie das Knalltrauma wird durch Lärm hervorgerufen.

Das chronische und akute Lärmtrauma


Ein chronisches Lärmtrauma entsteht durch eine ständige hohe Lärmbelastung (meist im Beruf) und besteht in einer zunehmenden Hörverschlechterung, die mit wachsender Lärmschwerhörigkeit erst langsamer und dann nicht mehr fortschreitet. Untersuchungen sprechen von einem Zeitpunkt nach 10 Jahren hoher Lärmbelastung, nachdem keine weitere Verschlechterung eintritt. Bei einem chronischen Lärmtrauma kann das Ohr die Schädigung nur zu einem kleinen Teil wieder reparieren. Voraussetzung ist, dass das Ohr keiner weiteren Lärmbelastung ausgesetzt wird. Dann ist eine Lärmtrauma-Regeneration teilweise möglich. Ein Gehörschutz ist deshalb die wirksamste Vorbeugung gegen ein Lärmtrauma.
Besser stehen die Regenerationschancen beim akuten Lärmtrauma, das dem Knalltrauma in den Symptomen ähnelt, aber durch eine längere Lärmeinwirkung (Konzert, Clubbesuche, Sportveranstaltungen) bei um die 100 Dezibel ausgelöst wurde. Typisch ist das Gefühl eines verstopften Ohres, also die akute Lärmschwerhörigkeit, und ein Ohrenpiepen nach einem Konzert. In der Regel kann sich das Ohr nach ein paar Stunden vollständig regenerieren.

Akutes Schalltrauma

Unter dem Begriff des akuten Schalltraumas versteht man:

  • das Knalltrauma
  • das Explosionstrauma: sehr hohe Dezibel und extremer Druck
  • das akute Lärmtrauma
  • der akustische Unfall
Die Unterschiede in der Klassifizierung bestehen in Dauer und Dezibel-Belastung, der das Ohr ausgesetzt war. Wichtig bei der Schalltrauma-Behandlung ist, dass sie zeitnah begonnen wird, wenn die Symptome nach ein bis zwei Tagen nicht verschwunden sind.

Wie lange dauert es, bis ein Knalltrauma weg ist?

In der Regel verschwinden die Symptome des Knalltraumas innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen wieder. Bei den meisten Betroffenen mit Knalltrauma geht das weg, ohne dass ein Arztbesuch notwendig wird. Die Knalltrauma-Dauer ist also meistens kurz und begrenzt. Es gibt aber auch Fälle, bei denen sich bis zu drei Monaten bis einem Jahr noch eine Verbesserung messen lässt. In manchen Fällen bleibt nach dem Knalltrauma ein Tinnitus zurück. Dauer und Stärke der Beschwerden sind dabei sehr unterschiedlich. Sind die Verletzungen im Innenohr so stark, dass bleibende Schäden entstanden sind, lässt sich der Hörverlust durch ein Hörgerät ausgleichen.

Wie behandelt man ein Knalltrauma?

Ein Knalltrauma wird behandelt, wenn die Symptome wie das Gefühl eines verstopften Ohrs, Hörverlust und Piepen noch nach Tagen anhalten. Behandelt wird mit einer Kortison-Infusion und durchblutungsfördernden Medikamenten. Zusätzlich kann die Durchblutung des Ohrs mit einer Sauerstofftherapie angeregt werden.
Die Knalltrauma-Therapie zeigt besonders gute Wirkung, wenn damit zeitnah begonnen wird.
Halten die Beschwerden also länger als zwei Tage an, kontaktieren Sie einen HNO-Arzt. Er wird Mithilfe einer Otoskopie entscheiden, wie man das Knalltrauma behandeln kann, die Symptome untersuchen beim Knalltrauma, Cortison einsetzen oder auch sinnvolle Knalltrauma-Medikamente, die die Durchblutung fördern. Falls doch bleibende Schäden das Gehör weiterhin merklich beeinträchtigen, leisten moderne Hörgeräte unauffällig zuverlässige Hilfe.

Hilfreiche Hausmittel
Besonders hilfreich bei akustischen Traumata wie auch bei Tinnitus ist es, die den Stress senken und die Durchblutung des Ohrs zu fördern. Knalltrauma-Hausmittel sind deshalb:

  • Viel Bewegung
  • Wenig Stress
  • Gesunde Ernährung
  • Auf Alkohol verzichten
  • Nicht rauchen

Auswirkungen auf das Gehör und mögliche Folgen

Wie schon beschrieben, regeneriert sich ein Ohr häufig recht gut und ganz selbstständig nach einem akustischen Trauma. Trotzdem gibt es klassische Knalltrauma-Folgen, die einen Betroffenen eventuell noch lange Zeit begleiten können. 
Bullets:
Tinnitus nach Knalltrauma: Ein Tinnitus, also bleibende Ohrgeräusche, die meist als ein Pfeifen, Piepen oder Klingeln wahrgenommen werden, kann nach einem Knalltrauma zurückbleiben. Ein Tinnitus durch Knalltrauma ist aber nicht die Regel.
Typische Beschwerden nach dem Knalltrauma: Kopfschmerzen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Geräuschempfindlichkeit. Meist sind die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen wieder verschwunden.
Bleibende Hörprobleme nach dem Knalltrauma: Bleibt das Knalltrauma unbehandelt, obwohl eine merkliche Hörminderung besteht, kann dies zu bleibenden Hörschäden führen.
Kompletter Hörverlust nach dem Knalltrauma: Hier kann es sich um einen Hörsturz handeln. Wenn der Hörverlust über Stunden von einem stechenden Schmerz begleitet wird oder sogar Blut aus dem Ohr austritt, ist ein Arztbesuch angezeigt.

Erholung der Hörschwelle nach einem Knalltrauma

Unter der Hörschwelle versteht man die Wahrnehmungsgrenze unseres Ohres. Nach einem Knalltrauma kommt es vor allem zu einer erhöhten Hörschwelle im Bereich der hellen, hohen Töne. Medizinische Langzeituntersuchungen haben inzwischen gezeigt, dass eine Erholung der Hörschwelle möglich ist und sich zu einem Jahr Verbesserungen zeigen können. Die intensivste Knalltrauma-Erholung findet aber zumeist in den ersten Stunden und Tagen statt.
Trotzdem ist es sinnvoll, sich die Auswirkungen von Lärm bewusst zu machen, bevor man in Situationen gerät, die das Gehör schädigen können. Gerade für „knallintensive“ Momente, wie Silvester, sind unauffällige Ohrstöpsel ein idealer Schutz. Lassen Sie sich die Auswahl in einer Amplifon Filiale in Ihrer Nähe zeigen.
Übrigens: Wer Opfer eines Knalltraumas wurde, das z. B. im Rahmen eines Unfalls entstanden ist, kann je nach Fall für das Knalltrauma eventuell Schmerzensgeld geltend machen.

Kann man einem akustischen Trauma vorbeugen?

Natürlich kann man nicht immer und überall auf ein akustisches Trauma vorbereitet sein. Aber es gibt typische Situationen, in denen ein Knalltrauma und eine Schädigung des Gehörs deutlich wahrscheinlicher ist als im normalen Alltag:

  • Silvester, Feuerwerk
  • Jagd, Schießsport, Polizei
  • Werkhallen mit Knallgeräuschen
  • Baustellen und Betriebsgelände
  • Rockkonzerte
Schützen Sie Ihre Ohren mit dem passenden Gehörschutz. Im beruflichen Bereich organisiert das in der Regel der Arbeitgeber. Aber auch für Freizeit und Hobby gibt es Ohrstöpsel für alle Anlässe – wiederverwendbar und unauffällig. Vor allem Jäger brauchen einen besonderen Gehörschutz beim Schießen, da diese Ohrstöpsel beim Knall sofort dämpfen, aber zwischen den Schüssen auch Schall zulassen müssen.
Fragen Sie den Amplifon-Hörakustiker in Ihrer Nähe nach den verschiedenen Möglichkeiten, Ihr Gehör einfach und wirksam vor einem Knalltrauma zu schützen.

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