Gürtelrose im Ohr (Herpes Zoster Oticus)

Was versteht man unter Herpes Zoster?

Unter herpes zoster versteht man eine Viruserkrankung, auch Gürtelrose genannt. Sie entsteht aus der Reaktivierung des Varizella-zoster-Virus, dem gleichen Erreger wie für die Windpocken. Die Gürtelrose macht sich meistens bemerkbar durch einen schmerzhaften Hautausschlag. Die Ursachen des Ausbruchs sind oft unbekannt, aber hauptsächlich wir die Schwächung des Immunsystems als Hauptauslöser vermutet.

Herpes zoster am Ohr tritt auf, wenn das Herpes-zoster- Virus im Gesichts- und Hirnnerv reaktiviert wird. Dabei ist es der Hirnnerv, der das Hörvermögen und den Gleichgewichtssinn kontrolliert. Dieses bestimmte Virus ruht nach einer Windpockenerkrankung in den Nervenwurzeln und kann bei einem geschwächten Immunsystem wieder reaktiviert werden. Es wandert entlang der Nervenbahnen und sorgt für eine Entzündung des betroffenen Nervengewebes bis zur Haut, wo dann schmerzhafte Wunden entstehen. Diese Wunden entstehen durch geplatzte Bläschen, die dann eine Kruste bilden und allmählich abheilen. Dieser Ausschlag mit kleinen Bläschen hinter dem Ohr und im Ohr weist meist auf die Gürtelrose im Ohr hin, einen Herpes Zoster oticus.

Symptome: Wie erkennt man Gürtelrose?

Die Symptome des Herpes zoster oticus sind vielfältig, aber eindeutig. Die ersten Anzeichen, an denen man eine Gürtelrose im Ohr erkennen kann, sind brennende und tiefsitzende Schmerzen, die mal stärker, mal schwächer unter der Haut sitzen. Diese spürt man bereits Tage bevor sich die bekannten Bläschen bilden. Zusätzlich kann es zu Juckreiz und Überempfindlichkeit an der betroffenen Hautstelle kommen und der Betroffene fühlt sich häufig abgeschlagen und fiebrig. Durch folgende Symptome kann ein Herpes Zoster oticus zusätzlich erkannt werden: 

  • Starke Ohrenschmerzen
  • Bildung von Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind, an der Ohrmuschel, am Ohrläppchen und im Gehörgang. In manchen Fällen bilden sich diese Bläschen auch seitlich am Hals
  • Hörminderung oder gar Hörverlust, der über die Infektion hinaus anhält oder mit der Abheilung der Wunden abklingt
  • Vorübergehende oder anhaltende Lähmung einer Seite des Gesichts. Häufig wird die einseitige Gesichtslähmung auch von halbseitigen Geschmacksstörungen und Beeinträchtigung der Speichelsekretion begleitet.
  • Schwindel, der Tage oder Wochen lang anhalten kann
  • Selten auch Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit
  •  Allgemeine Überempfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen

Ursachen und Diagnose

Der Herpes zoster kann theoretisch bei jedem Menschen ausbrechen, die die Windpocken durchgemacht haben. Sobald sich eine Person zum ersten Mal mit dem Virazella-Zoster-Virus (VZV) infiziert, bekommt er zunächst die Windpocken. Von nun an bleibt das Virus im Körper und zieht sich in die Spinalganglien zurück (in die Nervenzellkörper entlang des Rückenmarks). Dort kann es inaktiv „schlummern“ solange bis es wieder aktiviert wird. Eine Reaktivierung kann durch ein geschwächtes Immunsystem gegen das Virus ausgelöst werden.  Das Alter, die Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems, wie zum Beispiel durch HIV können dabei die Ursachen für ein schwankendes oder geschwächtes Immunsystem sein. Aber auch Röntgenbestrahlung, UV-Strahlen oder Kontakt mit giftigen Substanzen kann der Auslöser sein. 

Diagnose
Die Diagnose für die Gürtelrose am Ohr ist in der Regel einfach für den behandelnden Arzt zu stellen. Bei einer körperlichen Untersuchung des Patienten kann er die Virusinfektion feststellen. Die Bläschen und die Rötung am Ohr und im Bereich des Ohres sind charakteristisch für Zoster oticus. Nur in seltenen Problemfällen ist eine weitere Diagnostik nötig. Im Zweifel lässt der Arzt dann den Erreger im Sekret der Bläschen oder – bei Verdacht auf eine Mitbeteiligung des Gehirns – in der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit nachweisen.

Behandlung: Was hilft und was kann ich selbst tun?

Für die Behandlung der Gürtelrose am Ohr werden antivirale Medikamente eingenommen. Diese Medikamente halten die Vermehrung der Viren auf und führen innerhalb zwei Stunden zu Schmerzfreiheit und Verbesserung der Hautsymptome. Zu den antiviralen Medikamenten zählen Aciclovir, Famciclovir, Valaciclovir oder Briduvin, die ausgenommen von Aciclovier oral, über den Mund eingenommen werden und die Infektionsdauer verkürzen. Im Fall von Zoster oticus werden zusätzlich betäubende Ohrentropfen angewendet, um die Schmerzen zu lindern und antibiotische Ohrentropfen, da das Risiko einer bakteriellen Infektion zusätzlich besteht. Spätestens 72 Stunden nach Auftreten der Hautsymptome sollte die antivirale Therapie begonnen werden, darum sollte der betroffene bei einem ersten Verdacht den Arzt über diesen kontaktieren. 

Was Sie selbst tun können:

  • Kalte Tücher oder Kompressen mildern die Beschwerden
  • Schmerzlindernd wirken sowohl bei einer akuten Gürtelrose als auch bei einer Post-Zoster-Neuralgie Puder und Cremes mit lokalen Betäubungsmitteln 
  • Viel Ausruhen und Schlafen, damit die Krankheit schneller überwunden wird
  • Gürtelrosepatienten sind ansteckend – Gute Hygiene sind das A und O. Außerdem sollte enger Kontakt zu anderen, vor allem zu Babys, Schwangeren, Kleinkindern und kranken Menschen, vermieden werden
  •  Lockere Kleidung tragen, da die betroffenen Hautpartien sehr berührungsempfindlich sind

Ist eine Gürtelrose im Ohr ansteckend?

Ja, auch eine Gürtelrose im Ohr ist ansteckend. Im Sekret der Bläschen sind Windpockenerreger enthalten und darum ist ein Patient mit Gürtelrose ansteckend – und zwar so lange, bis das letzte Bläschen aufgegangen und verkrustet ist. Besonders Personen, die noch keine Windpocken hatten, können durch den Kontakt mit einem Gürtelrose- Patienten die Windpocken bekommen. Die Gürtelrose ist nur nicht für diejenigen ansteckend, die bereits die Windpocken hatten, denn die tragen den Erreger sowieso schon im Körper.

Komplikationen und Gesichtslähmung

Bei einer Nichtbehandlung von einem Zoster oticus, können schwerwiegende Komplikationen die Folge sein. So kann Schwerhörigkeit oder gar Taubheit die Folge sein. Auch eine periphere Faszialisparese (Nervenlähmung) kann als Komplikation des Zoster oticus auftreten. Das bedeutet, dass die Muskulatur, die für die Mimik verantwortlich ist, ist auf einer Seite schwach oder ganz gelähmt. Diese ist sichtbar durch einen inkompletten Lidschluss, ein unvollständiger Mundschluss oder bei hängenden Mundwinkeln. In ca. 80% der Fälle kommt es aber zu einer Ausheilung.

Weitere Komplikation können durch den Befall verschiedener Nerven vorkommen. Wenn der Nervus vestibulochochlearis (Innenohr) betroffen ist, dann kann eine Hörminderung oder Taubheit eintreten, aber auch Ohrgeräusche, Drehschwindel, Übelkeit und Brechreiz können vorkommen. Wenn andere Hirnnerven betroffen sind, dann kann es Auswirkung haben wie:

  • Schluckauf oder Schluckstörung
  • Befindlichkeitsstörungen
  • Verletzung der Bindehaut, Hornhaut oder des Sehnervs
  • Hirnhautentzündung

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