Wissenswertes zu Herpes Zoster
Informieren Sie sich mithilfe unseres Beitrags zum Ramsay-Hunt-Syndrom und erfahren Sie so mehr über Symptome, Möglichkeiten zur Behandlung und den Zusammenhang mit Hörverlust.
Was versteht man unter Herpes Zoster (Ramsay Hunt Syndrom)?
Symptome: Wie erkennt man Gürtelrose?
Die Symptome des Herpes zoster oticus sind vielfältig, aber eindeutig. Die ersten Anzeichen, an denen man eine Gürtelrose im Ohr erkennen kann, sind brennende und tiefsitzende Schmerzen, die mal stärker, mal schwächer unter der Haut sitzen. Diese spürt man bereits Tage bevor sich die bekannten Bläschen bilden. Zusätzlich kann es zu Juckreiz und Überempfindlichkeit an der betroffenen Hautstelle kommen und der Betroffene fühlt sich häufig abgeschlagen und fiebrig. Durch folgende Symptome kann ein Herpes Zoster oticus zusätzlich erkannt werden:
- Starke Ohrenschmerzen
- Bildung von Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind, an der Ohrmuschel, am Ohrläppchen und im Gehörgang. In manchen Fällen bilden sich diese Bläschen auch seitlich am Hals
- Hörminderung oder gar Hörverlust, der über die Infektion hinaus anhält oder mit der Abheilung der Wunden abklingt
- Vorübergehende oder anhaltende Lähmung einer Seite des Gesichts. Häufig wird die einseitige Gesichtslähmung auch von halbseitigen Geschmacksstörungen und Beeinträchtigung der Speichelsekretion begleitet.
- Schwindel, der Tage oder Wochen lang anhalten kann
- Selten auch Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit
- Allgemeine Überempfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen
Mehr Vorsorge für Ihre Ohren
Ursachen, Diagnose & eventuelle Komplikationen
Die Diagnose für die Gürtelrose am Ohr ist in der Regel einfach für den behandelnden Arzt zu stellen. Bei einer körperlichen Untersuchung des Patienten kann er die Virusinfektion feststellen. Die Bläschen und die Rötung am Ohr und im Bereich des Ohres sind charakteristisch für Zoster oticus. Nur in seltenen Problemfällen ist eine weitere Diagnostik nötig. Im Zweifel lässt der Arzt dann den Erreger im Sekret der Bläschen oder – bei Verdacht auf eine Mitbeteiligung des Gehirns – in der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit nachweisen.
Bei einer Nichtbehandlung von einem Zoster oticus können schwerwiegende Komplikationen die Folge sein. So kann Schwerhörigkeit oder gar Taubheit die Folge sein. Auch eine periphere Fazialisparese (Nervenlähmung) kann als Komplikation des Zoster oticus auftreten. Das bedeutet, dass die Muskulatur, die für die Mimik verantwortlich ist, auf einer Seite schwach oder ganz gelähmt ist. Diese ist sichtbar durch einen inkompletten Lidschluss, ein unvollständiger Mundschluss oder bei hängenden Mundwinkeln. In ca. 80% der Fälle kommt es aber zu einer Ausheilung.
Weitere Komplikation können durch den Befall verschiedener Nerven vorkommen. Wenn der Nervus vestibulochochlearis (Innenohr) betroffen ist, dann kann eine Hörminderung oder Taubheit eintreten, aber auch Ohrgeräusche, Drehschwindel, Übelkeit und Brechreiz können vorkommen. Wenn andere Hirnnerven betroffen sind, dann kann es Auswirkung haben wie:
- Schluckauf oder Schluckstörung
- Befindlichkeitsstörungen
- Verletzung der Bindehaut, Hornhaut oder des Sehnervs
- Hirnhautentzündung
Behandlungsmöglichkeiten im Überblick
Für die Behandlung der Gürtelrose am Ohr werden antivirale Medikamente eingenommen. Diese Medikamente halten die Vermehrung der Viren auf und führen innerhalb zwei Stunden zu Schmerzfreiheit und Verbesserung der Hautsymptome. Zu den antiviralen Medikamenten zählen Aciclovir, Famciclovir, Valaciclovir oder Briduvin, die, ausgenommen von Aciclovir, oral über den Mund eingenommen werden und die Infektionsdauer verkürzen.
Im Fall von Zoster oticus werden zusätzlich betäubende Ohrentropfen angewendet, um die Schmerzen zu lindern, und antibiotische Ohrentropfen, da das Risiko einer bakteriellen Infektion zusätzlich besteht. Spätestens 72 Stunden nach Auftreten der Hautsymptome sollte die antivirale Therapie begonnen werden, darum sollte der Betroffene bei einem ersten Verdacht den Arzt umgehend kontaktieren.
Was Sie selbst tun können:
- Kalte Tücher oder Kompressen mildern die Beschwerden
- Schmerzlindernd wirken sowohl bei einer akuten Gürtelrose als auch bei einer Post-Zoster-Neuralgie Puder und Cremes mit lokalen Betäubungsmitteln.
- Viel Ausruhen und Schlafen, damit die Krankheit schneller überwunden wird
- Gürtelrosepatienten sind ansteckend – gute Hygiene ist das A und O. Außerdem sollte enger Kontakt zu anderen, vor allem zu Babys, Schwangeren, Kleinkindern und kranken Menschen, vermieden werden
- Lockere Kleidung tragen, da die betroffenen Hautpartien sehr berührungsempfindlich sind
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