Tinnitus heilen und behandeln

Was tun bei Tinnitus? - Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Ohrgeräuschen

Zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Tinnitus zählen medikamentöse Verfahren, akustische Stimulation und verhaltenstherapeutische Massnahmen. Ebenfalls haben sich der Einsatz von elektrischer und magnetischer Gehirnstimulation und physiotherapeutische Verfahren bewährt.

Wie kann man Tinnitus behandeln?

Unabhängig davon, ob der Tinnitus einseitig oder beidseitig ist: Für eine gezielte Behandlung ist die Ursache entscheidend. Problematisch ist, dass sich chronischer Tinnitus nicht einfach «abschalten» lässt, er ist nicht heilbar.

Tinnitus Therapie

Das Ziel von Therapien ist, den Betroffenen ein Leben mit dem Tinnitus zu ermöglichen. Therapien sollen deshalb dafür sorgen, dass Betroffene die Störgeräusche weniger intensiv wahrnehmen und sich ihre Lebensqualität verbessert. Im akuten Stadium verordnet der Arzt bevorzugt intravenös verabreichte Lokalanästhetika, durchblutungsfördernde Mittel und Glukokortikoide (Steroide).

Akuten Tinnitus behandeln

In der akuten Phase (bis zu drei Monate nach dem ersten Auftreten des Tinnitus) versucht der Arzt, einen subjektiven Tinnitus mithilfe von Infusionen und Medikamenten zu bekämpfen. Dabei wird der Tinnitus wie ein Hörsturz behandelt.

So wirkt die Behandlung von akutem Tinnitus

Die Medikamente führen zu einer verbesserten Durchblutung und damit zu einer erhöhten Sauerstoffversorgung innerhalb des Ohres. Häufig kommen hierbei auch Kortisonpräparate zum Einsatz. Liegt den Ohrgeräuschen eine erkennbare Krankheit zugrunde, wird diese natürlich vornehmlich behandelt. Oft verschwinden die Ohrgeräusche mit der Heilung der Grunderkrankung nämlich wieder. Bei einem objektiven Tinnitus genügt es meistens, die ursächliche Quelle ausfindig zu machen. Ist diese behoben, klingt auch der Tinnitus wieder ab.

Chronischen Tinnitus behandeln

Es gibt bisher leider keine universelle Therapie, um einen länger anhaltenden Tinnitus erfolgreich zu heilen. Bei den Behandlungsansätzen müssen viele Faktoren berücksichtigt werden, beispielsweise der Auslöser und die Ausprägung der Ohrgeräusche. Zudem leiden viele Tinnitus-Patienten an Angststörungen und Depressionen, da ein Tinnitus nicht nur Hirnareale aktiviert, die für das Hören zuständig sind, sondern auch jene, die Emotionen wie Wut und Angst erzeugen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist also oft auch ein Besuch beim Psychotherapeuten oder der Neurologin erforderlich.

Noiser gegen chronischen Tinnitus

Häufig werden bei Tinnitus-Erkrankungen sogenannte Noiser eingesetzt, die die Patienten dabei helfen, die Geräusche zu ignorieren. Der Tinnitus Noiser erzeugt ein stetiges, leises Rauschen, das leiser als der Tinnitus selbst ist. Das Gehirn soll nun mit der Zeit lernen, das Rauschen des Noisers als unwichtig einzustufen und zu akzeptieren. Dadurch lernt das Gehirn nach und nach auch, den Tinnitus als unwichtig einzustufen. Ist die Tinnitus-Therapie erfolgreich, nehmen die Patienten die störenden Geräusche nicht mehr so deutlich wahr und können sich wieder besser konzentrieren. Noiser sind mittlerweile bereits in vielen modernen Hörgeräten integriert, die somit nicht nur bei der Tinnitus-Behandlung helfen, sondern auch eventuell vorliegende Hörschwächen ausgleichen.

Tinnitus mit einem Hörgerät behandeln

Der Einsatz von Hörgeräten ist eine effektive Massnahme gegen Tinnitus, da rund 95% der Betroffenen eine Hörschwäche aufweisen. Bei 89% der Fälle liegt diese auf beiden Ohren vor.

Hörgeräte mindern Ohrgeräusche mit Noiser

Hörgeräte verfügen meist über einen sogenannten Noiser, der ein gleichmässiges leises Rauschen erzeugt. Dieses hilft dem Gehirn dabei, den Tinnitus nach einiger Zeit nicht mehr wahrzunehmen. Durch den Hörgeräteeinsatz steigert sich somit die Lebensqualität der Patienten. Zugleich senkt dies die psychische Belastung durch den Tinnitus.

Alternative Behandlungen bei Tinnitus

Unter Stress können Ohrgeräusche hochfrequenter und lauter werden. Bewegung und Entspannung helfen, Stress abzubauen. Wer auf der Suche nach alternativen Tinnitus-Behandlungsmöglichkeiten ist, kann Sport, Yoga, Tai-Chi und Entspannungsübungen ausprobieren. Diese können Linderung bringen, indem sie das Stresslevel senken. Bei Bewegung werden Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol abgebaut und stattessen werden Endorphine, sogenannte Glückshormone, ausgeschüttet. Dies steigert das Wohlbefinden und entspannt den Körper. Körperliche Betätigung lindert zudem Begleiterscheinungen wie innere Unruhe, Konzentrationsstörungen oder Niedergeschlagenheit.

Musik hilft bei Tinnitus

Tinnitus  kann auch mit Musik behandelt werden. Abgestimmt auf den Tinnitus kann Musik die verantwortlichen Hörzellen wieder ins Gleichgewicht bringen.

Tinnitus- Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen sind für Tinnitus-Betroffene ebenfalls wohltuend. Zu wissen, dass man nicht alleine mit dieser unangenehmen Situation ist, kann tröstend sein. Das Verständnis für einander innerhalb der Gruppe wirkt wiederum entspannend.

Ursachen von Tinnitus – neue Erkenntnisse

Nach den neuesten Erkenntnissen entsteht Tinnitus im Kopf und nicht im Ohr. Bildgebende Verfahren haben gezeigt, dass die Hirnregionen, die für das Hören verantwortlich sind, bei Tinnitus überaktiv sind. Häufiger Auslöser ist ein Hörverlust. Um dies zu kompensieren ruft das Gehirn verstärkt Impulse aus dem Innenohr ab. Dadurch kommt es zu einer Überaktivität der Nerven. Sie senden mehr Signale als nötig - und das wird dann als Tinnitus wahrgenommen.

Neues Behandlungsverfahren gegen Tinnitus

Hoffnung macht ein bisher nur in Studien eingesetztes Verfahren: das extrakranielle Magnetfeldverfahren. Dieses Magnetfeld wird erzeugt von einer Spule, die über den Kopf bewegt wird. Das soll die übertriebene Aktivität der Nervenzellen wieder ins Lot bringen.

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