Arten von Hörverlust

Welche verschiedenen Arten von Schwerhörigkeit gibt es?

Schwerhörigkeit hat Ausprägungen

Unabhängig von der jeweiligen Ursache werden alle Einschränkungen des Hörvermögens als Schwerhörigkeit bezeichnet. In der Schweiz sind etwa 10 Prozent der Menschen in irgend einer Form von Schwerhörigkeit betroffen. Wie gut die Schwerhörigkeit behandelt werden kann, hängt von der Ursache und der Ausprägung der Hörprobleme ab.

Innenohrschwerhörigkeit

Bei etwa 85 Prozent der Hörminderungen handelt es sich um einen Verstehverlust, auch Innenohrschwerhörigkeit oder sensorineutrale Schwerhörigkeit genannt. Besonders beim Gespräch mit mehreren Menschen oder bei vielen Umgebungsgeräuschen macht sich dieses Phänomen macht bemerkbar. Es wird auch als Schallempfindungsstörung oder Schallempfindungsschwerhörigkeit bezeichnet. Falls Sie Gespräche oder Geräusche zwar genügend laut hören, aber nicht mehr wirklich verstehen können, dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Verstehverlust oder Verständlichkeitsverlust vorliegen. Dabei verändert sich die Wahrnehmung des Innenohrs und führt zu den erwähnten Symptomen.

Mögliche Ursachen für eine akute Schallempfindungsschwerhörigkeit sind das Innenohr betreffende Infektionskrankheiten (zum Beispiel Mumps, Borreliose, Scharlach, Hirnhautentzündung oder Toxoplasmose), aber auch ein Hörsturz, Multiple Sklerose, zu grosser Lärm, bestimmte Medikamente, extreme Stresssituationen oder Vergiftungen.

Eine chronische Schallempfindungsschwerhörigkeit tritt auf, wenn das Ohr ohne Gehörschutz täglich für mehrere Stunden einer hohen Lärmbelastung ausgesetzt ist (in der Schweiz ist Lärmschwerhörigkeit eine der häufigsten Berufskrankheiten). Aber auch neurologische Veränderungen, angeborene Fehlbildungen, Gefässverengungen oder Stoffwechselerkrankungen können eine Ursache sein. Es gibt zwei Arten der Schädigung: die der Haarzellen (cochleär) oder jene des Hörnervs (retrochochleär).

Hochtonschwerhörigkeit

Üblicherweise sind nicht alle Frequenzen in gleichem Ausmass von einem Verstehverlust betroffen. Bei hohen Frequenzen ist sie meist stärker ausgeprägt als bei tiefen. Dadurch wird es schwerer, Buchstaben wie «f» oder «s» auseinanderzuhalten, was zu Missverstädnissen und Problemen in der zwischenmenschlichen Kommunikation führt. Da jede Hörminderung eine unterschiedliche Charakteristik aufweist, müssen auch Hörhilfen individuell auf den Hörgeräteträger oder die Hörgeräteträgerin abgestimmt werden.

Schallleitungsschwerhörigkeit

Bei rund 15 Prozent aller Hörminderungen handelt es sich um einen Lautstärkeverlust, auch Schallleitungsschwerhörigkeit genannt. Bei einem Lautstärkeverlust werden Gespräche und/oder Geräusche als zu leise empfunden. Grund dafür ist eine fehlerhafte, eingeschränkte oder stark abgeschwächte Übertragung des Schalls. Bei einer Blockade des Aussen- oder Mittelohresine kann eine solche Situation, zum Beispiel wegen der Ansammlung von Flüssigkeit aus einer Infektion des Ohres oder aufgrund von überschüssigem Ohrenschmalz. Auch eine Perforation oder ein Riss des Trommelfells sowie Deformationen des Gehörgangs, der Ohrmuschel oder des Mittelohrs können Gründe sein. Ebenfalls kann eine Otosklerose (Verkalkung bzw. Verknöcherung der Gehörknöchelchenkette) eine schwerwiegende Schallleitungsstörung verursachen. Durch die Verkalkung und Verknöcherung der Gehörknöchelchen können diese sich nicht mehr frei bewegen.

Ebenfalls möglich sind ein zeitgleiches Auftreten von Lautstärkeverlust und Verstehverlust – hier wird von einer kombinierten Schwerhörigkeit gesprochen.

Kombinierter Hörverlust

Bei einem kombinierten Hörverlust liegen sowohl ein Schallleitungsanteil als auch ein Schallempfindungsanteil vor, diese sind unterschiedlich stark ausgeprägt. Je nachdem, welcher Anteil grösser ist, ändert sich das Hörempfinden des Betroffenen. Für einen derartigen kombinierten Hörverlust können unter anderem eine chronische Mittelohrentzündung, eine Erkrankung des Knochens, der das Innenohr umgibt (Otosklerose), oder Ursachen der einzelnen Schwerhörigkeiten verantwortlich sein.

Presbyakusis: Altersschwerhörigkeit

Jeder zweite Mann und jede dritte Frau ab 65 Jahren hören nicht mehr gut. Treten Hörprobleme als normale Alterserscheinung auf, spricht man von der Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis). Etwa ab dem 50. Lebensjahr nimmt die natürliche Hörleistung altersbedingt ab, vor allem aufgrund von Verschleisserscheinungen an den Haarzellen. Individuell angepasste Hörgeräte helfen, mit Hörproblemen und Schwerhörigkeit im Alter besser umzugehen und erleichtern den Alltag merklich.

Schwerhörigkeit bei Kindern

Oft geht Schwerhörigkeit bei Kindern einher mit angeborenen Fehlbildungen oder ist die Folgeerscheinung einer Infektionskrankheit. Da auch die allgemeine geistige Entwicklung sowie die Sprachentwicklung stark unter der Schwerhörigkeit leiden können, ist gerade bei Kindern eine frühe Erkennung sehr wichtig. Bei Jugendlichen kommt durch sehr lautes Musikhören über Kopfhörer oder an Festivals öfters zur sogenannten Lärmschwerhörigkeit. Im schlimmsten Fall kann diese dauerhaft sein.

Anakusis: Kompletter Hörverlust

Wenn auf einem oder beiden Ohren kein oder nur noch wenig Hörvermögen vorhanden ist, spricht man von einer Anakusis, Taubheit oder Gehörlosigkeit. Gut zu wissen: Bei einseitiger Taubheit bestehen hervorragende Chancen, diesen Hörverlust auszugleichen. Ihr Amplifon Hörakustiker berädt Sie hierzu umfassend.

Wie zeigt sich eine solche Taubheit im Alltag? Müssen Sie häufiger nachfragen, vor allem bei Hintergrundgeräuschen? Können Sie (oder Ihr Kind) bei Gesprächen schlechter folgen? Dies könnte auf eine Anakusis hinweisen, muss jedoch nicht.Ebenfalls möglich sind ein zeitgleiches Auftreten von Lautstärkeverlust und Verstehverlust – hier wird von einer kombinierten Schwerhörigkeit gesprochen.

Ursachen von Hörminderungen

Dies sind die fünf häufigsten Ursachen von Hörminderungen:

Ursache Nr. 1: Lärm
Ursache Nr. 2: Hörverlust im Alter
Ursache Nr. 3: Hörminderung durch Vererbung
Ursache Nr. 4: Infektionen und Erkrankungen
Ursache Nr. 5: Medikamente, Rauchen und Alkohol

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