Hörverluste erkennen

Hörverluste erkennen und behandeln

Ein Hörverlust kann sich unterschiedlich äussern. Wenn Sie das Gefühl haben, Gesprächen nicht mehr gut folgen zu können oder bestimmte Geräusche oft zu überhören, sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen.

Was ist Hörverlust?

Hörverlust ist ein weitverbreitetes Phänomen: 15 Prozent der Weltbevölkerung hören nicht optimal, in der Schweiz haben knapp neun Prozent laut eigener Aussage einen Hörverlust. Sie sind also nicht allein, wenn Sie vermuten, an einem Hörverlust zu leiden. 

Wie klingt ein Hörverlust?

Ein Hörverlust kann durch unterschiedliche Einflüsse ausgelöst werden. Hierbei gilt es zunächst die Arten eines Hörverlusts zu differenzieren, denn diese haben verschiedene Ursachen.

Hörverlust als Folge

Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit wird das Hörvermögen dadurch gemindert, dass der von aussen kommende Schall nicht vollständig an das Innenohr vordringen kann. Dies kann einerseits nur vorübergehende Ursachen haben, wie beispielsweise einen Ohrenschmalzpfropf oder eine Entzündung des Gehörgangs. In diesem Fall spricht man von einer vorübergehenden Schallleitungsschwerhörigkeit. Andererseits ist es auch möglich, dass durch Gehörgangsfehlbildungen, ein Loch im Trommelfell oder Fehlbildungen der Ohrmuschel die Weiterleitung des Schalls dauerhaft gestört ist – dann liegt eine permanente Schallleitungsschwerhörigkeit vor.

Schallempfindungsschwerhörigkeit

Hierbei ist das Innenohr geschädigt. Die auftreffenden Schallsignale können nicht mehr vollständig verarbeitet werden. Sowohl die Haarzellen im Innenohr als auch Nervenanteile arbeiten in diesem Fall nicht richtig, wodurch nicht das vollständige Audiosignal gehört wird – Betroffene eines sogenannten sensorineuralen Hörverlusts nehmen bestimmte Laute nicht mehr wahr. Zu einer derartigen Schädigung des Innenohrs kommt es meistens durch zu viel Lärm, aber auch andere Ursachen können einen derartigen Hörverlust auslösen, beispielsweise

  • genetisch bedingte Schwerhörigkeit
  • Virusinfektionen, z. B. Mumps, Masern, Röteln
  • Hörsturz
  • Tumore
  • Schädeltraumata

Kombinierter Hörverlust

Bei einem kombinierten Hörverlust liegen sowohl ein Schallleitungsanteil als auch ein Schallempfindungsanteil vor, diese sind unterschiedlich stark ausgeprägt. Je nachdem, welcher Anteil grösser ist, ändert sich das Hörempfinden des Betroffenen. Für einen derartigen kombinierten Hörverlust können unter anderem eine chronische Mittelohrentzündung, eine Erkrankung des Knochens, der das Innenohr umgibt (Otosklerose), oder Ursachen der einzelnen Schwerhörigkeiten verantwortlich sein.

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung

Bei einer AVWS ist keine Erkrankung der Ohren die Ursache. Während diese normal funktionieren, kommt es bei der Verarbeitung der Signale zwischen Innenohr und Gehirn jedoch zu Problemen. Die Ursachen einer AVWS sind weitgehend ungeklärt.

Hörverlust bei Person im Umfeld

Da Betroffene ihre Schwerhörigkeit oft nicht selbst bemerken, sollten Sie, wenn Sie einen Verdacht haben, das Gespräch mit der betreffenden Person suchen und ihr den Besuch eines Spezialisten nahelegen. Wenn es sich bei dem Betroffenen um einen Erwachsenen handelt, kann natürlich nur er oder sie selbst die Entscheidung treffen, etwas gegen den Hörverlust zu unternehmen.

Durch Zuwendung und Verständnis können Sie betroffenen Personen aber klarmachen, dass Schwerhörigkeit keine Schande ist und die Behandlungsmöglichkeiten vielseitig sind. In einigen Fällen lassen sich die Probleme schon durch eine Ohrspülung oder die Gabe bestimmter Medikamente beheben. Kann die Ursache des Hörverlustes nicht so einfach ausgeschaltet werden, kommen Hörsysteme zum Einsatz, die nahezu jeden Hörverlust ausgleichen und die Lebensqualität des Betroffenen deutlich verbessern können.

Viele Hörgeräte sind dabei fast unsichtbar und bieten einen hohen Tragekomfort. Scheuen Sie sich also nicht, das Gespräch zu Angehörigen zu suchen, wenn Sie befürchten, diese könnten unter einem Hörverlust leiden, sondern helfen Sie ihnen.

Wie kling ein Hörverlust?

Auch die Wahrnehmung eines Hörverlusts hängt von seiner Art ab. Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit werden Töne aller Frequenzen leiser wahrgenommen. Dadurch wird es für Betroffene vor allem schwerer, Gesprächen zu folgen, da sie sich stark auf ihr Gegenüber konzentrieren müssen, um Gesagtes zu verstehen. Häufig wird eine derartige Schwerhörigkeit mit dem Gefühl Watte im Ohr zu haben verglichen.

Bei einer gestörten Funktion des Innenohrs kommt es in der Regel zunächst zu einem erschwerten Verständnis von Umgebungsgeräuschen – zum Beispiel hören Sie Vögel nur noch schwer oder gar nicht mehr. Auch das Sprachverständnis leidet unter einer Schallempfindungsschwerhörigkeit, Einzel- und Gruppengespräche werden für Betroffene zur Herausforderung. Nicht selten wird ein derartiger Hörverlust auch von einem Tinnitus begleitet, einem dauerhaft hörbaren Störgeräusch. Das kann ein Pfeifen, Rauschen oder Klingeln sein.

Bei einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung kommt es durch die fehlerhafte Verarbeitung der Signale zu zahlreichen Problemen. Häufig werden Klänge zwar wahrgenommen, können jedoch von der Person nicht zugeordnet werden. Das führt mitunter dazu, dass es Betroffenen schwerfällt, einzelne Laute auseinanderzuhalten oder Klänge und Töne einzuordnen.

Was kann man bei einem Hörverlust tun?

Da einem Hörverlust unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen können, unterscheidet sich auch die Art der Therapie von Mal zu Mal. In vielen Fällen kann Betroffenen jedoch dabei geholfen werden, ihr Hörvermögen zumindest zu bessern.

Therapie einer Schallleitungsschwerhörigkeit

Die Behandlung eines derartigen Hörverlusts ist abhängig davon, ob es sich um einen vorübergehenden oder einen permanenten Fall handelt. Liegt die Ursache des Hörverlusts darin, dass der Gehörgang durch einen Fremdkörper oder Ohrenschmalz verstopft wird, wird das Problem in der Regel damit beseitigt, die Blockade zu lösen. Und auch, wenn eine Belüftungsstörung – zum Beispiel durch ein Anschwellen der Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenrachen (Eustachi-Röhre) – vorliegt, kann diese durch Medikamente leicht behoben werden.

Schwieriger gestaltet sich die Behandlung bei einer permanenten Schallleitungsschwerhörigkeit. Zerstörte oder geschädigte Gehörknöchelchen können in manchen Fällen durch recht aufwändige Operationen zumindest teilweise ersetzt werden. Auch grössere Beschädigungen des Trommelfells lassen sich mitunter operativ beheben. In einigen Fällen hilft auch ein professionelles Hörgerät dabei, die von aussen kommenden Schallsignale vollständig an das Innenohr weiterzuleiten.

Eine Schallempfindungsschwerhörigkeit behandeln

Für eine dauerhafte Schädigung des Innenohrs gibt es keine wirksame Therapie. Daher ist es wichtig, einen derartigen Hörverlust schnell zu erkennen. Denn auch wenn er nicht geheilt werden kann, so lässt er sich zumindest mit einem modernen Hörgerät behandeln. Diese können auf den Hörverlust eines Betroffenen abgestimmt werden und genau die Frequenzen wieder hörbar machen, die durch die Schädigung der Sinnenzellen eigentlich nicht mehr zu hören waren. Zudem sind sie dazu in der Lage, die akustische Umgebung des Trägers selbstständig zu analysieren und sich an sie anzupassen. So werden beispielsweise Umgebungsgeräusche abgeschwächt und menschliche Sprache verstärkt. In Verbindung mit Hörtrainings ist es so durch ein Hörgerät möglich, der Schwerhörigkeit entgegenzuwirken.

Die Behandlung einer AVWS

Liegt einem Hörverlust eine AVWS zugrunde, ist eine Heilung nicht möglich. Durch die Anwendung verschiedener Therapien kann zwar mitunter eine Besserung erreicht werden, eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht. Zu den verbreitetsten Behandlungsmethoden zählen Hörgeräte sowie Hörtrainings, bei denen Betroffene lernen, Laute zu erkennen und voneinander zu unterscheiden.

Wie erkenne ich einen Hörverlust?

Es ist selten, dass eine Hörminderung plötzlich auftritt. Meistens entwickelt sich diese über einen langen Zeitraum. Doch gerade das langsame, schrittweise Nachlassen des Hörvermögens ist oftmals schwierig zu erkennen. Überprüfen Sie anhand unserer Symptomliste, ob bei Ihnen vielleicht ein Hörverlust vorliegt.

Wie einen Hörverlust entsteht

Schwerhörigkeit und Hörminderungen können viele verschiedene Ursachen haben. Nicht nur Lärm und das Alter gehören dazu, sondern auch eine Vererbung, eine Erkrankung des Gehörapparates, Infektionen, Medikamente, durch einen Unfall, Alkohol und Rauchen. Ein Hörverlust kann angeboren sein oder erst im Alter entstehen, er kann plötzlich auftreten oder sich schleichend entwickeln.

Hörverlust vorbeugen

Die wirksamste Art, wie Sie einem Hörverlust oder einer Schwerhörigkeit vorbeugen können, ist die Verwendung von Gehörschutz. Dabei lauern Risiken für Ihr Gehör nicht nur da, wo man sie sofort vermutet. Dass die Arbeit mit einem Presslufthammer gefährlich laut ist, ist naheliegend. Aber auch der Fahrtwind im Cabrio kann zu einer Hörminderung führen, ebenso das Tauchen in grosse Tiefen oder die Arbeit an Druckereimaschinen.

Arten von Hörverlust

Unabhängig von der jeweiligen Ursache werden alle Einschränkungen des Hörvermögens als Schwerhörigkeit bezeichnet.

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Tipps: Kommunikation mit Schwerhörigen

Der Umgang von Schwerhörigen mit gut hörenden Menschen ist oft nicht einfach. Unsere Tipps helfen Ihnen dabei, Gesprächssituation für beide Seiten gewinnbringend zu gestalten. 

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Verhindern Sie Hörverlust

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