Lagerungsschwindel

Warum bekommt man Lagerungsschwindel und wie gefährlich ist er?

Lagerungsschwindel ist eine harmlose Erkrankung. Frauen leiden häufiger darunter als Männer. Den Betroffenen wird plötzlich schwindelig, was beängstigend und sehr unangenehm sein kann. Nur schon das Umdrehen im Bett kann einen Schwindelanfall auslösen. Lagerungsschwindel tritt eher im gehobenen Alter auf. Der Schwindel ist gut behandelbar, es gibt verschiedene Therapien.

Benigner Paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPL)

Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel ist ein gutartiger Schwindel und wird auch Schwankschwindel oder Drehschwindel genannt.

  • benigne = gutartig
  • paroxysmal = anfallsweise auftretender Schwindel

Symptome des Lagerungsschwindels

Das hauptsächliche Symptom ist ein plötzlich auftretendes Schwindelgefühl (Vertigo). Beim Aufstehen oder beim Umdrehen im Bett dreht der Betroffenen der Kopf. Dieser Drehschwindel dauert normalerweise wenige Sekunden, nach einer Minute ist er spätestens wieder verschwunden.

Weitere Symptome können sein

  • Gleichgewichtsprobleme, die zu Stürzen führen können
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schweissausbrüche
  • Schnelles, unkontrolliertes Zittern der Augenlider (Nystagmus)

Ursachen für Lagerungsschwindel

Ein gutartiger Lagerungsschwindel kann verschiedene Ursachen haben. Eine der häufigsten ist das Ablösen der Ohrensteine (Otolithen) im Innenohr. Diese gelangen in die Bogengänge des Ohres. Da sich nahe dem Innenohr das Gleichgewichtsorgan befindet, wird dieses durch die Otolithen negativ beeinflusst.

Wenn nun die Betroffene den Kopf dreht, wandern die abgelösten Teilchen in den Bogengängen herum und lösen einen Sog auf die Sinneszellen aus. Eine heftige Schwindelattacke ist die Folge.

Hauptgründe für die Ablösung von Ohrstei

  • Verletzungen am Kopf
  • Entzündungen im Innenohr, wo das Gleichgewichtsorgan angeordnet ist
  • Leichte Schädel-Hirn-Traumen
  • Längere Bettlägerigkeit
  • Hohes Lebensalter

Behandlung von Lagerungsschwindel

Verschiedene Symptome von paroxysmalem Lagerungsschwindel können mit Medikamenten gelindert werden. Jedoch hat das Gehirn bei einer Medikation keine Chance, sich auf die Situation einzustellen. Das Symptom, der Schwindel, wird verschoben und dauert umso länger. Es gibt zwei bekannte Therapien (Manöver), die den Schwindelanfällen entgegenwirken können:

Epley-Manöver bei Lagerungsschwindel

Das Epley-Manöver besteht aus fünf verschiedenen Schritten. Lassen Sie sich von einer Fachperson einführen. Da es während des Manövers zu Schwindel (Vertigo) kommt, sollten Sie sie anfangs nicht alleine ausführen. Zu beachten bei dem Lagerungstraining ist, dass alle Bewegungen des Kopfes zügig ausgeführt werden. Bei vielen Betroffenen führt die Anwendung des Befreiungsmanövers nach Epley zum Verschwinden der Symptome. Die fünf Bewegungen können mehrmals am Tag wiederholt werden.

Sémont-Manöver bei Lagerungsschwindel

Eine zweite mögliche Bewegungstherapie ist das Sémont-Manöver. Diese kann jedoch ausschliesslich durch eine zweite Person, zu Beginn idealerweise durch den Arzt, ausgeführt werden. Der Patient wird zuerst in einem bestimmten Winkel ruckartig hingelegt, verweilt einige Minuten, und wird dann auf die andere Seite verlagert. Die Kopfposition wird dabei nicht verändert. Auch diese Therapie-Übung kann mehrmals am Tag wiederholt werden.

Ziel der Manöver ist, die abgelösten Ohrensteine mithilfe der Schwerkraft aus dem Gleichgewichtsorgan heraus zu befördern in andere Teile des Ohrs, die weniger empfindlich sind. Wenn die Manöver wirken, müssen sie nicht länger durchgeführt werden. Gewöhnlich reichen fünf bis zehn Tage für gute Ergebnisse.

Lagerungsschwindel: Dauer und Prognose

Häufig klingen die Symptome von paroxysmalem Lagerungsschwindel innerhalb einiger Wochen oder Monate von selbst wieder ab. Der Drehschwindel tritt jedoch, sogar nach gelungener Therapie, immer wieder auf. Sie sollten jedesmal Ihren Arzt kontaktieren, denn die Beschwerden verschwinden rasch wieder, wenn sie therapiert werden. Dass die Erkrankung zu dauerhaften Komplikationen führt, kommt selten vor.

Die Begleiterscheinungen können sehr unangenehm sein. Es können folgende Schwierigkeiten auftreten:

  • Die Psyche wird durch den Schwindel belastet, etwa durch das Aufwachen aus dem Schlaf aufgrund des Schwindelgefühls.
  • Bestimmte Bewegungen werden vermieden, etwa ein schnelles Kopfdrehen.
  • Die Gefahr von Stürzen ist erhöht wegen der auftretenden Gleichgewichtsstörungen.
  • Durch langanhaltenden Schwindel (Vertigo) wird das allgemeine Befinden und Verhalten negativ beeinflusst.

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