Das Epley-Manöver ist eine Therapiemethode zur Lösung von Lagerungsschwindel des hinteren Bogengangs. Ziel dieser Manöver ist es, die Otolithen (kleine Kalziumkristalle) aus dem hinteren Bogengang des Labyrinths in das Utriculus zu bewegen, um die Schwindelsymptome zu lindern.
Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS) ist eine häufige Erkrankung, die sich durch kurze, drehende Schwindelattacken auszeichnet, welche durch Kopfbewegungen ausgelöst werden. Die Anfälle dauern in der Regel weniger als zwei Minuten und verschwinden, sobald die Bewegung endet. Häufig treten starke Übelkeit und Erbrechen auf, ohne begleitende Hörsymptome.
Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS) entsteht, wenn sich Kalziumkristalle (Otolithen) von ihrer ursprünglichen Position lösen und in die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans gelangen. Diese Fehlplatzierung reizt bei bestimmten Kopfbewegungen die Sinneszellen des Gleichgewichtsorgans und sendet falsche Informationen über die Position des Körpers an das Gehirn – was zu Schwindel führt.
Das Epley-Manöver besteht aus einer Abfolge kontrollierter Bewegungen von Kopf und Körper, die darauf abzielen, die Kalziumkristalle (Otolithen) aus dem hinteren Bogengang zurück in das Utriculus zu bewegen. Zunächst wird der Patient in Rückenlage gebracht, wobei der Kopf etwa 45 Grad zur betroffenen Seite gedreht wird. Anschliessend folgt eine schrittweise Drehung von Kopf und Körper in verschiedene Positionen, wobei jede Position kurz gehalten wird. Am Ende des Manövers kann vorübergehend Schwindel auftreten, der jedoch rasch abklingt.
Eine fachgerechte Ausführung durch qualifiziertes Personal – wie z. B. HNO-Ärzte oder Physiotherapeuten – ist entscheidend für den Therapieerfolg und zur Vermeidung unnötiger Beschwerden. Eine unsachgemässe Anwendung kann die Symptome des BPLS auslösen oder verstärken.
Lagerungsschwindel kann einen Zusammenhang mit Problemen des Gehörs haben. Lassen Sie Ihr Hörvermögen bei einem unverbindlichen Hörtest in einem Amplifon-Zentrum in Ihrer Nähe untersuchen. Buchen Sie einfach einen Termin über unser Online-Formular.
Nach der Durchführung des Epley-Manövers wird empfohlen, bestimmte Bewegungen für einige Stunden zu vermeiden – dazu gehören plötzliches Aufstehen, starkes Vorbeugen oder ruckartige Kopfbewegungen. Diese Vorsichtsmassnahmen sollen verhindern, dass sich die Kalziumkristalle erneut verlagern. Es ist ratsam, den Kopf während des Schlafens leicht erhöht zu lagern und nicht auf der betroffenen Seite zu liegen. Sollten die Symptome anhalten oder erneut auftreten, wird eine Nachkontrolle bei einem HNO-Arzt oder Physiotherapeuten empfohlen, um gegebenenfalls weitere therapeutische Massnahmen in Erwägung zu ziehen.