Alles zur Tympanoplastik-Op

Tympanoplastik-Typen, Ablauf der Op & mehr
31 März 2022

Worum geht es bei der Tympanoplastik?

Wenn ein Patient an chronischer oder nicht-chronischer cholesteatomatöser Mittelohrentzündung leidet, kann eine Tympanoplastik durchgeführt werden. Dieser Eingriff am Ohr dient dazu, das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette zu reparieren.

Tympanoplastik-Typen im Überblick

Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von Tympanoplastik: die mit offener und die mit geschlossener Technik. Ob eine Tympanoplastik mit offener oder geschlossener Technik durchgeführt werden soll, erörtert der Arzt mit dem Patienten erst nach sorgfältiger Abwägung wichtiger medizinischer Indikatoren. Zu diesen gehören zum Beispiel das Alter, der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, das Hörvermögen des anderen Ohrs und eventuelle frühere otologische Eingriffe.

Warum eine Tympanoplastik durchführen?

Eine Tympanoplastik dient dazu, das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette bei Patienten, die an chronischer Mittelohrentzündung leiden, wiederherzustellen. Der Eingriff wird durchgeführt, wenn das Trommelfell perforiert ist und die Schleimhaut oder die Knöchelchen Schaden erlitten haben.

Vorbereitung einer Tympanoplastik-Op

Vor dem chirurgischen Eingriff unterzieht der Arzt den Patienten einer HNO-Untersuchung, einer Otoskopie und erstellt eine Anamnese, um den Allgemeinzustand des Patienten einzuschätzen. Es können auch andere Untersuchungen wie z. B. eine Audiometrie, eine Impedanzmessung oder Röntgenuntersuchungen wie z. B. ein CT oder ein MRT vorgenommen werden. Der Patient muss die OP auf nüchternen Magen durchstehen und darf daher in den Stunden zuvor weder essen noch trinken.

Wie läuft die Tympanoplastik-Op ab?

Bei der Tympanoplastik führt der Chirurg einen circa 3 cm langen, kurvenförmigen Schnitt hinter der Ohrmuschel durch. Dann entfernt er einen kleinen Teil des Knochens, um auf das Trommelfell zugreifen zu können. Durch den Einsatz von Gewebe, das einer anderen Körperpartie entnommen wurde, rekonstruiert der Arzt im Anschluss das Trommelfell. Der Eingriff sieht eine Allgemeinanästhesie und eine Übernachtung des Patienten im Krankenhaus vor.

Ein Eingriff

Eine Tympanoplastik mit nur einem Eingriff besteht aus einem einmaligen Eingriff zur Beseitigung der Infektion, Reparatur der Trommelfellperforation und Rekonstruktion der Gehörknöchelchenkette. Das Ziel ist die Verbesserung des Hörvermögens.

Mehrere Eingriffe

Eine Tympanoplastik, die mehrere Eingriffe vorsieht, ist vor allem im Falle eines Cholesteatoms notwendig. Zunächst wird der erste Eingriff durchgeführt, um das Cholesteatom zu entfernen und das Trommelfell zu rekonstruieren. Der Arzt bedeckt die Schleimhaut danach mit Silikonfolie, um die Wundheilung und Genesung zu fördern. Circa 8-12 Monate nach dem ersten Eingriff und erfolgreicher Heilung führt der Chirurg den zweiten Teil der Tympanoplastik durch. Hierbei rekonstruiert er die Gehörknöchelchenkette, um das Hörvermögen wiederherzustellen.

Geschlossene Technik

Mit der geschlossenen Technik versucht man, die ursprüngliche Anatomie des Ohrs wieder herzustellen. Die Knochenwand des Gehörgangs bleibt dabei erhalten oder wird, falls sie geschädigt ist, rekonstruiert. Nach einer mikrochirurgischen Säuberung ermöglicht eine Mastoidektomie, alle Knochenzellen des Mastoids auszuräumen und einen grossen, regelmässigen Hohlraum zu schaffen, der frei von pathologischem Gewebe ist. 

Dieses Verfahren bereitet dem Patienten keine Beschwerden und vermeidet, dass die Mastoidhöhle erneut von der chronischen Erkrankung befallen werden kann.

Offene Technik

In einigen Fällen ist eine Tympanoplastik notwendig, die eine Mastoidektomie mit offener Technik vorsieht. In diesem Fall wird die Wand des Gehörgangs bei der OP entnommen und eine Verbindung der Mastoidhöhle nach aussen hergestellt. Dazu erweitert man den Gehörgang durch die spezielle Technik einer Meatoplastik.

Tympanoplastik-Risiken & -Komplikationen

Eine Tympanoplastik kann mit folgenden Risiken und Komplikationen einhergehen:

  • Infektion der Wunde
  • Chondritis, d. h. Entzündung der Ohrmuschel
  • Tinnitus
  • Schwindelanfälle
  • Verletzung von Nerven mit wichtiger Funktion für die Gesichtsmotorik und den Geschmackssinn
  • Verletzung von Gefässstrukturen, die zu Blutungen führt
  • postoperative intrakranielle Infektionen
  • allgemeine, mit grösseren chirurgischen Eingriffen verbundene Komplikationen (Atmung und Herz)

Verhalten nach einer Tympanoplastik-Op

Nach einer Tympanoplastik sind zur Genesung zwei Wochen psychischer und körperlicher Ruhe erforderlich, in denen der Patient folgendes vermeiden sollte: grosse Anstrengungen, Tauchgänge, Aufenthalte im Hochgebirge, Flugreisen, plötzliche und schnelle Bewegungen des Kopfes, Kontaktsport, intensive körperliche Aktivitäten, länger dauernde grosse Anstrengungen, länger anhaltenden und starken Lärm, Naseputzen unter grosser Kraftanstrengung.

Zudem ist Vorsicht geboten, um übermässige Druckschwankungen zu vermeiden. Die Wunden müssen nach der OP bis zur völligen Heilung sauber und trocken gehalten werden. Eine Woche nach dem Eingriff werden die Fäden gezogen und drei Wochen nach der OP wird auch der Verband entfernt.

Tympanoplastik und Hörgeräte

Nach der Tympanoplastik schaffen Hörprothesen oder Hörgeräte Abhilfe, wenn das Hörvermögen nicht optimal wiederhergestellt werden konnte. Lassen Sie sich zum Thema Hörgeräte gerne von unserem Hörgeräteakustikern in einem Amplifon-Zentrum in Ihrer Nähe beraten. 

Haben Sie Hörprobleme?

Falls Sie oder einer Ihrer Angehörigen an Hörverlust leiden sollte, laden wir Sie herzlich zu einem kostenlosen Hörtest in einem Amplifon-Zentrum in Ihrer Nähe ein. 

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