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1. Soziales Szenario und Epidemiologie

1. Soziales Szenario und Epidemiologie
2. Die Korrelation zwischen Hörverlust und kognitivem Abbau
3. Hörverlust, kognition und Hörsysteme
4. Lokalisation der Hörstörung im Alter
5. Schlussfolgerung

Aufgrund der besseren Ernährung und medizinischen Versorgung steigt die globale Lebenserwartung jährlich an und wird auch in absehbarer Zeit voraussichtlich weiterhin steigen. Laut den Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung von 6,9 Milliarden im Jahre 2010 bis 2050 auf 9,3 Milliarden anwachsen. Der Anteil der über 60-Jährigen an der Weltbevölkerung wird sich zwischen 2000 und 2050 verdoppeln (von 10% auf 21% der Weltbevölkerung). Dies entspricht einem Anstieg von 0,69 Milliarden auf 1,95 Milliarden Menschen.

Geschätzte Weltbevölkerung > 60 Jahre

Ein potenzielles Problem für Menschen stellt mit zunehmendem Alter der Hörverlust dar. In einer vor Kurzem von Lin et al. in den USA durchgeführten Studie zeigten die Ergebnisse, dass die Zahl der Menschen, die einen leichten oder schwereren Hörverlust auf beiden Ohren aufweisen, in höheren Altersgruppen zunimmt.

Verbreitung des Hörverlusts pro Altersgruppe

Zurzeit leiden 590 Millionen Menschen weltweit an einer Hörbehinderung. Mit dem steigenden Wachstum der Weltbevölkerung wird sich diese Zahl voraussichtlich bis 2050 auf fast 1,2 Milliarden hörbehinderte Menschen verdoppelt haben. Dieser Anstieg wird bei den über 60-Jährigen vermutlich noch viel dramatischer sein. Die Anwendung eines Hörschutzes und die allgemeine Reduzierung der Geräuschpegel bewirken, dass die Anzahl der Menschen mit arbeitsplatzbedingtem Hörverlust sank.

Geschätzter Anteil der Weltbevölkerung mit Hörverlust von 2000 bis 2050

Leider hören Heranwachsende und junge Erwachsene (zwischen 12 und 19 Jahren) Musik auf MP3-Playern immer häufiger bei hoher Lautstärke. Sie benutzen selten einen Hörschutz, wenn sie sich in lauten Umgebungen, wie zum Beispiel auf Partys oder in Diskos, aufhalten. Die Zahl dieser Heranwachsenden mit Hörverlust hat sich in den letzten 15 Jahren um mehr als 30% erhöht (von 14,9 % in den Jahren 1988–1994 auf 19,5 % in den Jahren 2004–2005). Ein zusätzliches Gesundheitsproblem, das Auswirkungen auf die Zahl jüngerer Erwachsener mit Hörverlust haben könnte, ist Diabetes. Die allgemeine Zahl an Erwachsenen mit Diabetes wird voraussichtlich von 2,8 % im Jahr 2000 auf 4,4 % im Jahr 2030 steigen. Die Hauptursache für diesen Anstieg ist die ständige und dramatische Zunahme der Fettleibigkeit. Erwachsene mit Diabetes (im Alter zwischen 20 und 69 Jahren) haben ein Risiko von 21 %, einen Hörverlust zu erleiden, während Erwachsene ohne Diabetes hier nur ein Risiko von 9 % aufweisen. Darum führt der Anstieg der Anzahl an Diabetikern, insbesondere bei jüngeren Menschen, auch zu einem Anstieg von jüngeren Patienten mit Hörproblemen.

Demenz ist ebenfalls ein großes Gesundheitsproblem, das mit dem Alter zunimmt. Ab einem Alter von 70 Jahren steigt der Anteil der Demenzkranken um nahezu 1 % pro Jahr. Diese Tendenz ist bei Männern stärker zu beobachten als bei Frauen.

Verbreitung der Demenz pro Altersgruppe

Laut der Weltgesundheitsorganisation liegt die Zahl der Menschen, die weltweit an Demenz erkrankt sind, bei schätzungsweise 36 Millionen. Diese Zahl wird sich bis 2030 noch verdoppeln und bis 2050 mehr als verdreifachen. Für die Weltgesundheitsorganisation stellt die Demenz ein vordringliches Gesundheitsproblem dar, das daher von allen Gesundheitssystemen der Welt behandelt werden muss.

Das geschätzte Wachstum des Anteils der Weltbevölkerung mit Demenz

Als Folge der besseren Ernährung und medizinischen Versorgung steigt unsere Lebenserwartung. Der Anteil der über 60-Jährigen an der Weltbevölkerung wird sich bis 2050 verdoppeln. Gleichzeitig wird der Anteil der Hörgeschädigten an der Weltbevölkerung zurzeit auf 590 Millionen geschätzt. Diese Zahl wächst jedoch weiterhin stetig. Mit dem Wachstum der Weltbevölkerung wird die Zahl der Menschen, die an Hörverlust leiden, bis 2050 schätzungsweise auf 1,2 Milliarden steigen. Der Anteil der Weltbevölkerung mit Demenz wird heute auf 36 Millionen geschätzt. Diese Zahl wird sich bis 2050 voraussichtlich auf 115 Millionen verdreifachen.

Ein bedeutender Zusammenhang besteht zwischen dem Hörverlust und der Demenz, ein Thema, das im nächsten Kapitel näher untersucht wird. Angesichts des dramatischen Anstiegs der Weltbevölkerung und des erwarteten Wachstums der Zahl der hörbehinderten Menschen müssen definitiv Maßnahmen ergriffen werden, um zu vermeiden, dass die Zahl jener 115 Millionen Menschen, die bis 2050 voraussichtlich an Demenz leiden werden, weiterhin zunimmt.

 

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Dies ist die Webversion des Konsensuspapieres.
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