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Schlussfolgerung

1. Soziales Szenario und Epidemiologie
2. Die Korrelation zwischen Hörverlust und kognitivem Abbau
3. Hörverlust, kognition und Hörsysteme
4. Lokalisation der Hörstörung im Alter
5. Schlussfolgerung

Dieses White Paper zeigt, dass, wie bei vielen anderen körperlichen Beeinträchtigungen auch, beim altersbedingten Hörverlust eine gezielte Beratung, Rehabilitationsmaßnahmen, eine Anpassung an die Umgebungsbedingungen und ein entsprechendes Training erforderlich sind. Auch wenn eine große Debatte über die Effizienz des kognitiven Trainings geführt wird, zeigt eine vor Kurzem durchgeführte Studie von O’Brien, dass das „Trainieren der Verarbeitungsgeschwindigkeit“ zu Veränderungen bei speziellen gemessenen Hirnantworten bezüglich der Aufmerksamkeit, Zuordnung und Kapazität führt. Diese Ergebnisse können dabei helfen, die zugrunde liegenden Mechanismen zu definieren. Werden diese trainiert, kann der altersbedingte Rückgang der selektiven Wahrnehmung rückgängig gemacht werden. Diese Studie liefert zudem unterstützende Nachweise für die Anwendung eines nicht invasiven, nicht pharmakologischen kognitiven Trainings, das das Ziel verfolgt, den altersbedingten Abbau der kognitiven Fähigkeiten aufzuhalten.

Das Kognitions- und Gedächtnistraining bei Erwachsenen, die ein Demenzrisiko aufweisen, erhält zunehmend mehr Aufmerksamkeit. Diese Form der Therapie zeigt im Gegensatz zu einer medikamentösen Behandlung keine negativen oder unerwünschten Nebenwirkungen. Das kognitive Training erweist sich bei der Verbesserung der kognitiven Leistung als wirksamer als das Gedächtnistraining. Weitere Studien sind zwingend erforderlich, um die Wirksamkeit des kognitiven

Trainings als Behandlung zu stützen. Mozolic und Kollegen haben den Effekt des kognitiven Trainings untersucht, das zum Ziel hatte, gesunden älteren Erwachsenen dabei zu helfen, unwichtige auditive und visuelle Reize auszublenden. 66 Probanden nahmen an einem 8-wöchigen Trainingsprogramm oder an einem Kontrollprogramm mit Vorträgen teil. Die Teilnehmer, die das Trainingsprogramm absolvierten, zeigten eine signifikant stärkere Verbesserung als die Kontrollgruppe.

Diese Art des Trainings kann sehr einfach zugänglich und kostengünstig sein, da computergestützte kognitive Übungen bereits erfolgreich in mehreren Studien aufgenommen wurden. Forschungen lassen vermuten, dass ältere Erwachsene oft die am schnellsten wachsende Benutzergruppe von Computerund Internettechnologie darstellen.

Mit dem Ziel, eine optimale Kognition aufrechtzuerhalten, sozial integriert zu bleiben, die Lebensqualität zu verbessern und weitere Verbesserungen zu erzielen, stellen regelmäßige Überprüfungen des Hörvermögens, der Schutz der Ohren in lauten Umgebungen sowie das Angebot eines geeigneten Hörsystems, wenn ein Hörverlust und Kommunikationsprobleme auftreten, angemessene Maßnahmen dar.

Wenn ein 12 Jahre altes Kind einen Hörverlust von 40 dB aufweist, würde jeder Arzt sofort handeln. Wenn jedoch eine 72-jährige Person den gleichen Hörverlust hat, sind Ärzte oft zögerlicher sofort mit der Behandlung zu beginnen.

Frank Lin und sein Kollege Wade Chien fanden heraus, dass nur einer von sieben Erwachsenen, der von einem Hörsystem profitieren könnte, ein solches nutzt. So wird angesichts der Daten, die zeigen, dass das Tragen eines Hörsystems mit verbesserten kognitiven Fähigkeiten bei älteren Patienten in Verbindung steht, eine wichtige Gelegenheit versäumt.

Statistische Modelle zeigen, dass eine Zunahme des Hörverlusts von 25 dB einer altersäquivalenten Abnahme der kognitiven Fähigkeiten von sieben Jahren entspricht.

Ein weiteres Problem ist das Stigma des Alters. Ein Hörverlust gehört zum natürlichen Alterungsprozess. Für die meisten Menschen mit Hörverlust jedoch, so das National Institute on Deafness and Other Communication Disorders (Nationales Institut für Taubheit und andere Kommunikationsstörungen), beginnt das Problem lange, bevor sie alt werden. 48 Millionen Amerikaner leiden an einem mehr oder minder schweren Hörverlust. Die Folgen dieses Hörverlusts sind jedoch sehr viel weitreichender und beschränken sich nicht allein auf die Patienten.

Wenn in einer klinischen Studie nachgewiesen werden kann, dass Hörsysteme die Demenz verzögern, wäre der Nutzen unermesslich. Sollte in Studien festgestellt werden, dass die Korrektur des Hörverlusts das Potenzial für das frühzeitige Einsetzen der Demenz vermindert, könnten wir endlich das Stigma des Hörverlusts überwinden. Man sollte also das eigene Hörvermögen testen und ggf. korrigieren lassen, um mit optimalen kognitiven Fähigkeiten ein längeres aktives Leben zu genießen. Das Herausstellen der Gefahren durch nicht korrigierte Hörschäden könnte selbst Versicherungsunternehmen überzeugen, dass die Kostenübernahme für Hörsysteme ein kleiner Preis im Vergleich zu den Kosten für eine Demenzbehandlung ist. Der Menschenverstand sagt uns bereits: Wenn wir uns nicht so anstrengen müssen, um gut zu hören, ist unsere kognitive Fähigkeit besser, zuzuhören und zu verstehen - und uns zu erinnern. Und damit wird die wahrgenommene Isolierung, ein weiteres Risiko für Demenz, eliminiert.

„Ein gutes Gehör trainiert das Gehirn“

 

Hinweis:

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