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Mittelohrenzündung - Symptome, Entstehung, Behandlung

Eine akute Mittelohrentzündung, medizinisch otitis media, ist eine Entzündung der Schleimhaut im Mittelohr. Die plötzlich auftretende Erkrankung kann zu einseitigen oder beidseitigen Ohrenschmerzen führen. Auslöser für die Erkrankung sind meist Erkältungsbakterien.

Am häufigsten von der Krankheit betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder, aber auch Erwachsene können an einer Mittelohrentzündung erkranken. Es besteht bei einer Erkrankung keine Ansteckungsgefahr.

Lesen Sie alles Wichtige über die Symptome, Diagnose und Vorbeugung der otitis media. Erfahren Sie, wie Sie die Beschwerden lindern und einer erneuten Erkrankung vorbeugen können.

 

Symptome der Mittelohrentzündung

Bei einer typischen Otitis media-Erkrankung treten stechende, pulsierende Ohrenschmerzen auf. Die starken Schmerzen treten ein- oder beidseitig in Erscheinung. Weitere Anzeichen für eine Mittelohrentzündung können folgende Symptome sein:

  • Erste Anzeichen: Fieber, Erkältung
  • Hörminderung, dumpfer Klang
  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindelgefühl
  • Ohrengeräusche/Tinnitus
  • Eiter / Ohrenausfluss, kann aus einem kleinen Riss im Trommelfell in den Gehörgang fließen
  • Trommelfelldurchbruch

 

Entstehung einer Mittelohrentzündung

Für die Entstehung einer akuten otitis media sind drei verschiedene Ursachen bekannt:

Häufig wird die akute Entzündung durch Erkältungsbakterien ausgelöst. Sie gelangen aus dem Nasen-Rachen-Raum über die Ohrtrompete (der Verbindungsgang) in das Mittelohr. Die Krankheitserreger können dort eine Entzündung hervorrufen.
Die Gefahr für die Entwicklung einer Mittelohrentzündung kann durch langanhaltende Erkältungen, sowie Flugreisen mit Schnupfen, gesteigert werden.
Allerdings können auch Keime von außerhalb durch ein Loch im Trommelfell in den Gehörgang eindringen.
Sehr selten gelangen Bakterien über das Blut in das Mittelohr.

 

Wie wird eine Mittelohrentzündung diagnostiziert?

Wenn Sie die oben genannten Symptome bei sich feststellen können, ist es sinnvoll zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) zu gehen. Der Arzt untersucht mit einem Otoskop den Zustand des Trommelfells auf Veränderungen. Zusätzlich analysiert der HNO-Arzt den Nasen-Rachen-Raum und die Nasennebenhöhlen. Der Arzt kann nun feststellen, ob Sie erkrankt sind und eine Behandlung nötig ist.

Patienten, die schon mehrmals an einer Mittelohrentzündung erkrankt sind oder bei denen es zu Komplikationen kommt, ist die Durchführung eines Hörtest notwendig. Zusätzlich werden ein Abstrich und eine folgende bakteriologische Untersuchung durchgeführt. Durch die bakteriologische Untersuchung kann der genaue Krankheitserreger identifiziert werden.

 

Behandlung der Mittelohrentzündung

Bei allen Erkrankungen ist das Immunsystem geschwächt und eine Bettruhe zur Erholung zu empfehlen. Zur Abschwellung der Schleimhäute sind Nasentropfen hilfreich, die ermöglichen ein freies Atmen. Schmerzmittel, wie Ibuprofen oder Paracetamol wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Wenn Sie sich von einem HNO-Arzt auf eine Infektion untersucht haben, wird in den meisten Fällen Antibiotikum verschrieben, um die Symptome zu lindern.

Achtung ist bei einem Trommelfellriss – oder durchbruch geboten. Bitte beachten Sie, dass dadurch ein dauerhaft offener Zugang zum Mittelohr besteht. Weswegen der Betroffene darauf achten sollte, dass möglichst kein Wasser in das Ohr gelangt. Bakterielle Erreger können gegebenenfalls in das Mittelohr eindringen und den entzündlichen Prozess verschlimmern. Daher empfehlen wir Ihnen während des Duschen oder Badens einen Ohrstöpsel zu tragen. Diese sind in allen Amplifon-Filialen erhältlich.

 

Hausmittel zur Linderung der Krankheit

Das Wunderhausmittel zur Linderung einer Mittelohrentzündung ist die Zwiebel. Diese haben eine antibakterielle Wirkung. Ersatzweise können auch Knoblauch oder weichgekochte, gestampfte Kartoffeln verwendet werden.

Die Zwiebeln werden kleingeschnitten in ein Tuch gewickelt und zusammengeschnürt. Danach erwärmt man das Zwiebelsäckchen über heißen Wasserdampf. Anschließend legen Sie den Zwiebelsack für eine halbe Stunde auf ihr Ohr. Bitte wiederholen Sie das mehrmals am Tag.

Wärme, welche zum Beispiel durch eine Rotlichtlampe dem Ohr zugeführt wird, trägt der Heilung positiv bei und lindert die starken Ohrenschmerzen. Aber Vorsicht, die Lampe sollte nicht zu nah und zu lange an den Körper gehalten werden. Wahlweise können Sie auch eine Wärmeflasche oder ein warmes Körnerkissen verwenden.

 

Vorbeugung einer Mittelohrentzündung

Besonders in den Wintermonaten ist man anfällig für Infektionen. Genau dann ist es wichtig das Immunsystem (Abwehrkräfte) zu stärken, sich ausgewogen und vitaminreich zu ernähren. Zur Prävention aller Krankheiten ist es sinnvoll sich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen und gelegentlich Wechselduschen durchzuführen.
Allerdings kann man Mittelohrentzündungen nicht immer vorbeugen. Besonders Kinder sind anfällig für Infektionen.

Vorbeugungs-Tipps:

  • Die Reinigung der Ohren sollte eingeschränkt werden und nur vorsichtig im äußeren Bereich gesäubert werden. Bitte verwenden Sie keine Wattestäbchen. Nur der HNO-Arzt kann die Ohren-Pfropfen entfernen.
  • Besonders im Winter nicht mit feuchten Haaren in die kalte Luft gehen.
  • Grundsätzlich müssen Erwachsene und Kinder darauf achten, dass am Tag genügend getrunken wird. Zu Empfehlen sind Wasser, Tee oder Saftschorlen.
  • Eine allgemeine Impfung von Kindern gegen Pneumokokken wird inzwischen empfohlen. Die Erkrankung einer Otitis media wird dadurch gesenkt.
  • In Anwesenheit von kleinen Kindern oder Babys sollte niemals geraucht werden.

 

Krankheitsverlauf, Dauer und Komplikationen

Im Normalfall heilt die akute Entzündung innerhalb von ein bis zwei Wochen vollständig ab. Durch die fortgeschrittenen Behandlungsmethoden treten Komplikationen in äußerst seltenen Fällen auf.

Die am häufigsten auftretende Komplikation ist die Entzündung des Warzenfortsatzes, medizinisch Mastoiditis. Hierbei breitet sich die Entzündung auf den Knochen hinter dem Ohr aus. Erfolgt keine entsprechende Behandlung kann die Entzündung auf die Hirnhäute, medizinisch Meningitis, oder das Gehirn übergehen.

Zudem tritt gelegentlich eine chronische Mittelohrentzündung auf. Diese heilt nicht spontan ab, ferner ist die Dauer nicht vorhersehbar. Wir raten Ihnen daher bei ersten Anzeichen einer Mittelohrentzündung dringend den HNO-Arzt aufzusuchen. Durch die chronische Entzündung kann nicht nur das Trommelfell vernarben, sondern zuzüglich können die Gehörknöchelchen verwachsen und zerstört werden. Die Folge ist eine Hörstörung durch verminderte Funktion des Mittelohres. Besonders im Kindesalter kann es zu einer Hörminderung und folglich zu einer Verzögerung der Sprachentwicklung führen.

 

Hörgeräte bei Mittelohrentzündung

Wie bereits in dem Abschnitt Krankheitsverlauf, Dauer und Komplikationen beschrieben, kann das Gehör durch eine chronische Mittelohrentzündung einen Schaden nehmen, folgend zu einem Hörverlust führen. Die Versorgung mit Hörgeräten ermöglicht mehr Lebensqualität in Ihrem Alltag.

Bei chronischer Mittelohrentzündung muss auf das richtige Hörgerät geachtet werden. Hörgeräte-Träger sollten keine Im-Ohr-Hörgeräte oder Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte mit geschlossener Otoplastik (Verschluss im Ohr) tragen. Durch den Verschluss im Ohr kann der entzündliche Prozess im Mittelohr verschlimmert werden. Aufgrund des Verschlusses wird ein feucht, warmes Milieu erzeugt, welches der perfekte Lebensraum für bakterielle Keime ist.

Wir empfehlen eine „offene Hörgeräteversorgung“ mit Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten und einem dünnen Schlauch, welcher in das Ohrinnere führt. So gelangt genügend Luft an das Ohr und Entzündungen kann entgegengewirkt werden. Hörgeräte können allerdings keine Mittelohrentzündung auslösen.