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Hörverlust - alles über Hyperkusis, sensorineuraler Hörverlust, konduktiver Hörverlust, kombinierten Hörverlust

Symptome, Ursache und Behandlung

Die Audiologie versteht unter Hörverlust eine Einschränkung des Hörvermögens. Die Einschränkung des Gehörs kann in verschiedenen Stärken auftreten, von geringer bis zu einer vollständigen Hörminderung. Der Hörverlust kann je nach Ursache temporär oder permanent auftreten.

Die Ursachen der Schwerhörigkeit (Hyperkusis) können verschieden sein. Der Hörverlust kann durch eine Schädigung des Gehörs, beispielsweise durch starke oder anhaltende Lärmeinwirkung in der Freizeit oder im Beruf, verursacht werden. Ebenso kann er die Folge einer Erkrankung, wie zum Beispiel einer Mittelohrentzündung, sein oder als ein Symptom des Alters in Erscheinung treten, die sogenannte Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis).

Die Zahlen der Menschen, die unter einem Hörverlust leiden, steigen. In Deutschland sind ungefähr 15 Millionen Menschen von einem Hörverlust betroffen. Ab dem 65. Lebensjahr nimmt die Zahl der Betroffenen prozentual zu, dann ist jeder zweite Mann und jede dritte Frau davon betroffen.

Die meisten Betroffenen bemerken lange nicht, dass ihr Gehör nachlässt. Grund dafür ist ein schleichend nachlassendes Hörvermögen und die Gewöhnung des Gehirns an das zunehmend eingeschränkte Gehör, meist über mehrere Jahre. Das Gehirn empfindet deshalb die Einschränkung als normal. Häufig bemerken Verwandte oder Freunde den Hörverlust zuerst.

 

Anzeichen einer Hörminderung

Es gibt verschiedene Anzeichen an denen festgestellt werden kann, ob eine Hörminderung vorliegt:

  • Leise Töne werden schlechter gehört (Klingel oder Vogelgezwitscher)
  • Geräusche oder Sprachlaute können schlechter unterschieden werden, Sprache wird vermehr undeutlich
  • Gesprächen in größeren Gruppen oder mit Hintergrundkulisse (Restaurants) können nur schwer gefolgt werden

Häufig vermindert eine Schwerhörigkeit die Lebensqualität, ebenso kann das soziale Umfeld beeinträchtigt werden, da sich die betroffene Person mehr und mehr zurück zieht und abkapselt. In den meisten Fällen kann der Hörverlust durch ein Hörgerät ausgeglichen werden und eine große Unterstützung sein, sodass sich der Betroffene wieder vollkommen in sein soziales Umfeld integrieren kann.

Ein frühzeitiges Entgegenwirken der Hörminderung in Form von Hörgeräten kann die Auswirkungen einer Schwerhörigkeit minimieren, da das Gehirn wieder lernt, vergessen geglaubte Geräusche und Sprachanteile zu dekodieren und verarbeiten.

Ähnlich vielfältig, wie die Ursachen für eine Schwerhörigkeit, sind auch die Arten von Hörminderungen. Es gibt vier verschiedene Arten, die unterschieden werden: Schallempfindungsschwerhörigkeit (Verständlichkeitsverlust), Schalleitungsschwerhörigkeit (Lautstärkeverlust), kombinierter Hörverlust und zentrale Schwerhörigkeit.

Rund 85% der von einer Hörminderung betroffenen leiden unter einem Verständlichkeitsverlust, 15% unter einem Lautstärkeverlust.

Schallempfindungsschwerhörigkeit

Ursache und Auswirkung

Diese Art der Schwerhörigkeit entsteht durch fehlende oder beschädigte Haarzellen (Sinneszellen) in der Hörschnecke im Innenohr. Es handelt sich somit um eine Innenohrschwerhörigkeit.
Bei der Schallempfindungsschwerhörigkeit (sensorineuraler Hörverlust), der auch als Verständlichkeitsverlust wahrgenommen wird, werden Geräusche und Gespräche zwar normal laut gehört, können aber trotzdem nicht verstanden werden. Der sensorineurale Hörverlust hat Auswirkungen auf die Qualität der gehörten Sprache oder des Geräusches. Dies fällt besonders dann auf, wenn mehrere Personen durcheinander sprechen oder Gespräche in lärmerfüllter Umgebung stattfinden. Oft wird gesagt, dass es sich bei der Schallempfindungsschwerhörigkeit mehr um eine Fehlhörigkeit als um eine Schwerhörigkeit handelt.

Da die Schädigung an den Haarsinneszellen im Innenohr irreparabel ist, bleibt die Schallempfindungsschwerhörigkeit dauerhaft bestehen. Abhilfe können Hörgeräte bieten, welche beschädigte Frequenzbereiche verstärken und somit wieder hörbar machen.

Diese Art der Hörminderung kann sowohl angeboren als auch durch äußere Einflüsse bedingt sein. Es gibt verschiedene Ursachen für diese Schwerhörigkeit. Eine besondere Form der Schallempfindungsschwerhörigkeit, ist die Altersschwerhörigkeit (Presyakusis). Zudem können folgende Einflüsse diese Art von Hörverlust hervorrufen:

  • wiederholte mehrstündige Lärmbelastung über 80 dB ohne Gehörschutz, z.B. im Straßenbau oder in Diskotheken
  • Akustikusneurinom, eine gutartige Geschwulst, die den Hörnerv einengt
  • Erkrankungen der Hörnerven
  • Stoffwechselerkrankungen, z.B. Diabetes mellitus, Funktionsstörungen der Nieren, der Leber oder der Schilddrüse
  • Gefäßverengungen (Arteriosklerose)
  • Veranlagung / Vererbung
  • Hörsturz
  • Frühgeburt oder Geburtstraumata
  • verschiedene Krankheiten und Infektionen, z.B. Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Morbus Menière
  • bestimmte Medikamente
  • natürlicher Alterungsprozess (Presbyakusis)
Der Verständlichkeitsverlust kommt bei ca. 85% aller Hörminderungen vor.

 

Schalleitungsschwerhörigkeit

Ursache und Auswirkung

Die Schalleitungsschwerhörigkeit (konduktiver Hörverlust) wird auch als Schallübertragungsschwerhörigkeit oder Lautstärkeverlust beschrieben. Durch eine Fehlbildung oder -funktion im Mittelohr wird der ankommende Schall nicht richtig in das Innenohr übertragen. Dadurch werden die Schallsignale leiser gehört, aber ihre Qualität, z.B. die Verständlichkeit des Gesprochenen, bleibt weitestgehend erhalten. Es tritt ein leichter bis mittlerer Hörverlust ein. Teilweise taucht die Hörminderung nur vorübergehend auf, welche je nach Ursache mit Medikamenten oder einer Operation entgegen gesteuert werden kann. Bleibt der Hörverlust auf Dauer, kann dieser durch ein Hörgerät ausgeglichen werden.

Häufige Auslöser für diese Art von Schwerhörigkeit sind:

  • Verknöcherung im Übergang zwischen drittem Gehörknöchelchen, dem Steigbügel, und dem Innenohr (Otosklerose)
  • Verengungen im Gehörgang durch Narben oder Entzündungen (Stenosen)
  • übermäßiges Knochenwachstum im Gehörgang (Exostosen)
  • Fremdkörper, ein Ohrenschmalzpropfen oder verstärkte Ohrenschmalzbildung im äußeren Gehörgang
  • Wasser im äußeren Gehörgang, das beim Schwimmen oder Baden eingedrungen ist
  • akute Tubenventilationsstörung, d.h. Verschluss der Ohrtrompete, meist durch eine Erkältung mit verstopfter Nase oder zu schneller Luftdruckveränderung beim Fliegen oder Tauchen (Paukenerguss) oder bei vergößerter Rachenmandel im Kindesalter
  • infektiöse Mittelohrerkrankungen wie eine akute Mittelohrentzündung
  • angeborene Fehlbildungen
  • Verletzungen des Trommelfells mit Rissbildung, Durchlöcherung oder Vernarbung des Trommelfells
Der Lautstärkeverlust kommt bei ca. 15% aller Hörminderungen vor.

 

Kombinierte Schallempfindungs- und Schallleitungsschwerhörigkeit

Ursache und Auswirkung

Treten der Lautstärkeverlust und der Verständlichkeitsverlust gleichzeitig auf, spricht man von einem kombinierten Hörverlust. Bei solch einer Schwerhörigkeit sind das Außen- oder das Mittelohr, sowohl als auch das Innenohr geschädigt.

Beim kombinierten Hörverlust kann die Behandlung je nach Ursache mit Medikamenten, einem operativen Eingriff oder Hörgeräten erfolgen.

Entsteht die Hörminderung primär durch eine Schallleitungsschwerhörigkeit, ist die Sprache zu verstehen, dann gibt es aber Verständnisprobleme durch die Lautstärke und die Hintergrundgeräusche.
Entsteht die Hörminderung primär durch eine Schallempfindungsschwerhörigkeit, kann ein Fehlverständnis der Sprache auftreten, auch wenn diese in der richtigen Lautstärke ist.

Ursachen für einen kombinierten Hörverlust können sein:

  • Krankheiten, wie beispielweise Mittelohrentzündung
  • Unabhängig auftretende Ursachen für Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit
  • Otosklerose bei geschädigten Haarzellen im Innenohre

 

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (auditiver Hörverlust)

Ursache und Auswirkung

Die auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) wird auch als zentrale Schwerhörigkeit bezeichnet. AVWS ist eine Störung der Hörverarbeitung auf Gehirnebene, die auditive Wahrnehmung ist dabei eingeschränkt. Durch eine Fehlfunktion des Hörnervs sind die Weiterleitung und die Verarbeitung von gehörten Informationen an das Gehirn beeinträchtigt. In der Regel ist das äußerliche Hören durch die auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung nicht betroffen, Geräusche werden somit normal wahrgenommen. Häufig tritt AVWS bei 3-5% aller Kinder auf, dabei sind Jungen zweimal häufiger betroffen, als Mädchen.

Die Ursachen der AVWS sind nicht belegt. Mögliche Ursachen können sein:

  • Erblich bedingt, von Geburt an vorhanden
  • Folge von einer chronischen Mittelohrentzündung
  • Folge von Kopfverletzung

 

Presbyakusis - Schwerhörigkeit im Alter

Für eine Schwerhörigkeit gibt es die unterschiedlichsten Gründe. Der neben Lärm wohl bekannteste Grund ist zunehmendes Alter. Im Laufe des Lebens nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit eines Menschen ab – das gilt auch für das Gehör: Die verschiedenen Strukturen im Innenohr altern durch Ablagerungen, das Bindegewebe ist immer weniger elastisch und Höreindrücke können vom Gehirn nicht mehr so gut zugeordnet und verarbeitet werden.
Rund ein Drittel aller über 60-Jährigen leiden an Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis), bei den über 70-jährigen Menschen sind bereits knapp zwei Drittel betroffen.

 

Diagnose von Altersschwerhörigkeit

In der Regel sind beide Ohren im gleichen Maße von der Presbyakusis betroffen. Meist werden die hohen Frequenzen, wie h-, d-, f-, t-, sch-Laute nicht mehr richtig gehört, tiefere Töne stellen bei der Schwerhörigkeit oft kein Problem dar. Vielen Betroffenen fällt die einsetzende Hörminderung erstmals auf, wenn Sie Gesprächen in einer lauten Umgebung nicht mehr richtig folgen können.

Ein kostenloser Hörtest in Ihrer Amplifon Filiale kann bereits erste Hinweise auf eine Altersschwerhörigkeit geben. Durch weitere Tests, die insbesondere das Sprachverständnis prüfen, kann der Grad der Presbyakusis noch genauer bestimmt werden.

 

Hörgeräte helfen aktiv am Leben teilnehmen trotz Altersschwerhörigkeit

Um aktiv am Leben teilnehmen zu können, ist gutes Hören unverzichtbar. Bleibt Altersschwerhörigkeit unbehandelt, kann das nicht nur zur sozialen Isolation führen, sondern auch andere Sinnesorgane und die räumliche Wahrnehmung beeinträchtigen. Hörgeräte sind eine einfache und komfortable Lösung, um das Leben mit all seinen Klängen wieder voll zu genießen. Bei Amplifon beraten und begleiten wir Sie gerne auf Ihrem Weg zum richtigen Hörgerät.

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