Hörverlust und Diabetes

Weltweit leiden rund 590 Millionen Menschen an einem Hörverlust, in der Schweiz sind mehr als 700 000 Menschen davon betroffen. Ein aussergewöhnlich hohes Risiko besteht offenbar für Menschen mit Diabetes. Bei Studien, die den Zusammenhang zwischen der Zuckerkrankheit und einem Hörverlust untersuchten, hat sich gezeigt, dass bei Diabetikern mehr als doppelt so häufig ein Hörverlust auftritt als bei Menschen, die nicht von der Krankheit betroffen sind.

Während die Häufigkeit eines Hörverlustes bei Menschen ohne Diabetes bei rund 20 Prozent liegt, liegt der Wert bei beiden Diabetes-Typen deutlich über 40 Prozent.

 

Zusammenhang zwischen Diabetes und Hörverlust

Diabetes beeinträchtigt die Cochlea. Der spiralförmige Bestandteil des Innenohrs, auch Hörschnecke genannt, verwandelt ankommende Schalwellen in Nervenimpulse und ist somit unverzichtbar für gutes Hören. Im Zuge von Diabetes wird dieser Teil des Ohrs geschädigt – die Folgen sind ein Hörverlust, eine erhöhte Lärmsensibilität und das langsamere Abklingen von akustischen Traumata.

Einen Hörverlust rechtzeitig diagnostizieren

Bislang wird der Zusammenhang zwischen einer Diabetes und einem Hörverlust oft nicht erkannt. Dabei ist eine frühzeitige Diagnose in beiden Fällen ungemein wichtig, um Folgeerkrankungen oder gar Unfälle zu vermeiden. Sind Diabetiker auf Grund des instabilen Zuckerhaushalts bei einer Nicht-Behandlung anfälliger für Stürze, besteht auch bei Menschen mit einem unbehandelten Hörverlust die grosse Gefahr von Unfällen oder auch sozialer Isolation.
 
Deshalb sollten Ärzte Patienten, die Diabetes oder einen Hörverlust haben, über den Zusammenhang aufklären. Für Diabetiker ist es ratsam, sich einmal im Jahr einem professionellen Hörtest zu unterziehen. Bei Menschen mit einem Hörverlust sollten weiderum die Blutzuckerwerte genau überwacht werden.

Besonderheiten bei der Behandlung von hörgeschädigten Diabetikern

Wird bei einem Diabetiker ein Hörverlust diagnostiziert, sind zwei Dinge bei der Auswahl des richtigen Hörgerätes zu beachten:

  • Schwerhörige Diabetiker reagieren äusserst sensibel auf Lärm, besonders auf hohe Frequenzen. Darum muss das Hörgerät entsprechend sorgfältig eingestellt werden.
  • Menschen mit Diabetes sind oft anfällig für Hautinfektionen. Wenn es die Art der Hörschwäche zulässt, sollten vor allem schmale Hinter–dem–Ohr–Hörgeräte zum Einsatz kommen. Bei Bedarf kann zudem auf antiallergisches Material bei den Ohrpassstücken zurückgegriffen werden.